ZumThema (Archivversion) »Biedere Hausmannkost, null Faszination“

Selbst neue Enduro-Kreationen sind heute technisch veraltet, wo bleiben die Appetithäppchen für Off-Road-Fans?

Man glaubt es kaum, exakt zwanzig Jahre ist es nun schon her, als ich meine XT 500 kaufte. 1977 war Yamahas Dampfhammer die Sensation. Die XT war robust, ehrlich, kernig, unkompliziert, sogar ein kleines bißchen sportlich. Arnulf Teuchert fuhr zum Beispiel Cross-Rennen damit, Cyril Neveux nach Dakar, die XT war damit auch Ursprung für die heutige Rallye-Szene. Eine eierlegende Wollmilchsau war der japanische Vibrator aber bestimmt nicht, auch wenn viele Biker sie für praktisch jeden erdenklichen Unfug mißbrauchten. Leider wurde die XT durch die modernen Entwicklungen im Fahrwerks- wie Motorenbereich schon nach ein paar Jahren zum veralteten Eisenhaufen, nur Nostalgiker konnten sich noch für sie erwärmen. Was aus Fernost folgte, war weniger Fortschritt als kontinuierlicher Abstieg. Ob XL, NX, KLR, KLX, DR, XT oder XTZ - alles biedere Hausmannskost, die auf sportlich orientierte Enduristen null Faszination ausstrahlt. Kein Wunder, daß der Enduro-Szene heute der Kick fehlt. Die Zeit ist reif für moderne Supersport-Enduros .

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