Zusammenfassung: Ducati ST 4S

Bei der Ducati ST 4S greift die Regelung des Antiblockiersystems beim Bremsen erst extrem spät ein. Wenn der Fahrer auf Fahrbahnen mit guten Reibwerten die Bremse im Ernstfall nicht löst, kann sich das Motorrad überschlagen. Dieses Verhalten führte bei den Testkandidaten zu äußerster Zurückhaltung im Umgang mit der Ducati.

Ducati-Pressesprecher Kuttruf kommentiert: »Die Auslegung und damit das Verhalten in der Praxis ist so gewollt. Das sportliche ABS regelt ganz bewusst erst unter widrigen Bedingungen wie im Nassen. Auf trockener Piste lässt sich das ABS auch von Profis praktisch nicht zum Einsatz bringen. Von einem Problem kann also nicht wirklich die Rede sein. Eher von einem Erfolg für die Sportfahrer. Sie werden im Trockenen nicht eingeschränkt und genießen unter schwierigen Bedingungen mehr Sicherheit. Das ABS wird dem Kunden genauso erklärt. Mit diesem Wissen sollten auch die Überschläge ausbleiben und zumindest nicht häufiger sein als bei Nicht-ABS-Fahrern.«

Eine Argumentation, die sich selbst ad absurdum führt. Denn bei Sportmotorrädern mit extrem haftfähigen Reifen hebt vor dem Blockieren des Vorderrads in der Regel das Hinterrad von der Fahrbahn ab. Ein »Sport-ABS« muss also zusätzlich zur Verhinderung der Blockade der Räder auch die Verzögerung auf den Wert begrenzen, ab dem der Überschlag droht. Nur so kann der Fahrer jederzeit – ohne zu überlegen – schnellen Bremsdruckaufbau mit maximaler Verzögerung kombinieren.

Letztlich spielt es keine Rolle, ob der Fahrer wegen eines blockierten Vorderrads oder eines sich überschlagenden Motorrads stürzt. Beides ist gleichermaßen fatal und deshalb inakzeptabel. Um den Anspruch Sport-ABS zu erfüllen, sollte Ducati also schnellstens nachbessern.

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