Zusammenfassung: Yamaha FJR 1300 A

Die FJR 1300 A erreicht im Regelbereich Verzögerungswerte von durchschnittlich 8,5 m/s² und damit schlechtere Ergebnisse als vergleichbare Modelle. Yamaha GTS 1000 A und FJ 1200 A verzögerten bereits vor einem Jahrzehnt auf diesem Niveau. MOTORRAD-Messungen belegen, dass die schlechte Regelqualität mit starken und langen Verzögerungseinbrüchen ein besseres Resultat verhindert. Das zeigt auch die ungewöhnlich große Diskrepanz zur FJR ohne ABS, die selbst bei 9,5 m/s² das Hinterrad noch am Boden hält.

Yamaha-Pressesprecher Karlheinz Vetter kommentiert: "Wir sind der Meinung, dass ein ABS die Hauptaufgabe hat, es dem Fahrer zu ermöglichen, in möglichst allen erdenklichen Fahrsituationen sichere Vollbremsungen zu erreichen. Der Realisierung eines minimalen Bremswegs wurde dabei nicht die allerhöchste Priorität gegeben. Ein minimaler Bremsweg stellt nicht immer unbedingt das Optimum für den Fahrer dar, da im Grenzbereich durchaus die Gefahr eines Überschlags bestehen kann. Dies wurde auch in MOTORRAD bei früheren Tests von ABS-Systemen anderer Hersteller reklamiert. Man macht bei der FJR also bewusst geringe Abstriche bei der maximalen Bremsverzögerung, um damit unter allen Umständen ein sichere Vollbremsung zu erreichen. Wir sollten auch berücksichtigen, dass das System auf Fahrer ausgelegt ist, deren Fahrkönnen sich im normalen Rahmen bewegt und nicht auf Profis, die aus dem System den letzten Zentimeter Bremsweg realisieren können."

MOTORRAD hat ein Trostpflaster parat. Die Umstellung auf Bremsbeläge mit deutlich höherem Reibwert gegenüber dem Serienbelag hob die Verzögerung mit ABS um 0,5 auf glatte 9 m/s² an. Unabhängig davon sollte Yamaha seine Software dringend überarbeiten.

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