Motocross: Rückblick MX-Masters 2009 Welt-Niveau

Als internationale deutsche Motocross-Meisterschaft ist die ADAC-MX-Masters ausgeschrieben. Und nicht nur beim Finale im oberpfälzischen Höchststädt machte die Serie diesem Umstand alle Ehre.

Foto: MX-Photos
Stellen wir uns mal vor, der IDM-Superbike-Meister Jörg Teuchert hätte es beim deutschen Straßen-Saisonfinale Mitte September mit Gegnern vom Schlage der MotoGP-Stars Jorge Lorenzo, Toni Elias, Superbike-WM-Topfahrern wie Ben Spies, Michel Fabrizio, Jonathan Rea sowie dem kommenden 250er-Weltmeister Hiroshi Aoyama samt seiner Widersacher Hector Barberá und Hector Faubel zu tun gehabt. Dazu noch ein gesunder Max Neukirchner, vielleicht schon auf seiner neuen Ten-Kate-Honda, sowie der allmählich aus seiner Kinderstarrolle herauswachsende 125er-WM-Held Jonas Folger. Die Luft hätte gebrannt im altehrwürdigen Hockenheimer Motodrom. Völlig illusorisch für ein nachrangiges, am Ende eben doch nur nationales Rennen, Meisterschaftsfinale hin oder her? Nun, in einer etwas anderen Motorsportwelt, rund 340 Kilometer weiter östlich im nordbayerischen Höchstädt nahe der tschechischen Grenze, durften die rund 8000 Besucher des MX-Masters-Finales, der internationalen Motocross-DM, genau solch ein Feuerwerk der Stars genießen, natürlich übertragen auf die Motocross-Welt. Angeführt wurde die Starparade von den beiden Motocross-Superhelden Ken Roczen, auf Suzuki Fünfter der MX2-WM (250 cm³-Viertakt) und KTM-Werksfahrer Max Nagl, Vizeweltmeister der MX1-Maschine bis 450 Kubik. Der schon feststehende MX-Masters-Gesamt-sieger 2009, der ungarische Routinier Kornel Nemeth auf Sarholz-KTM, wurde allerdings noch von einer ganzen Reihe weiterer WM-Spitzenfahrer unter Strom gehalten: Rui Goncalves, der portugiesische MX2-Vizeweltmeister auf der Werks-KTM, MX1-Ex-Weltmeister Steve Ramon, wie Weltklasse-Franzose Xavier Boog im Teka-Suzuki-Team Kollege von Jungstar Roczen, Pierre-Alexandre Renet, auf der privaten Bodo-Schmidt-Suzuki Weltmeister der hubraum-offenen MX3-Klasse und noch andere mehr. Um so beeindruckender die Dominanz der beiden deutschen Superhelden. Trotz des Hubraum- und Leistungsnachteils seiner 250er-WM-Maschine gegenüber den von fast allen Gegnern in den Masters-Rennen verwendeten 450ern, der sich vor allem am Start des 40 Fahrer starken Feldes aus-wirkte, konnte der gerade 15-jährige Ken Roczen das erste Rennen gewinnen. Mit Rang drei im zweiten hinter dem überlegenen Nagl und Gon-calves staubte der Thüringer auch den Tages-Gesamtsieg ab. Nagl war in Rennen eins vom defekten Hinter-reifen seiner KTM gestoppt worden. Masters-Champion Nemeth machte derweil klar, dass er trotz in diesem Jahr nur sporadischer Auftritte bei MX1-Grand-Prix nach wie vor selbst auch zur Weltklasse gehört, und behauptete sich im Reigen der Off-Road-Hochkaräter in den beiden Rennen als Dritter und Vierter bravourös.

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