Motocross-WM USA Motocross-WM in Glen Helen/USA

Die beiden deutschen Motocross-Helden Max Nagl und Ken Roczen hatten auch beim Comeback der Cross-WM in den USA nach einem Jahrzehnt das Zeug zum Sieg. Aber es fehlte diesmal einfach das Glück.

Foto: Hodgkinson
Die bewährte Routine des KTM-Werksfahrers und MX1-WM-Tabellenzweiten Max Nagl, sich während eines Rennwochenendes allmählich zu steigern, wurde in Glen Helen, am östlichen Rand von Los Angeles von Anfang an gestört. Heftigste Windböen erzwangen die Absage des kompletten Vormittagsprogramms am Samstag. Lediglich 35 Minuten Training und das Qualifikationsrennen waren nicht genug für ihn.

Bei Ken Roczen, auf Teka-Suzuki Tabellenzweiter der kleineren MX2-WM bis 250 cm³, machte sich dazu noch bemerkbar, dass er eine Woche lang nicht ernsthaft trainieren konnte. "Ich hatte hier in den USA kein Motorrad zur Verfügung. Nächstes Jahr machen wir das anders", ärgerte sich der 16-jährige Thüringer. So halfen die verschärften Bedingungen der verkürzten Trainings auch ihm nicht weiter.

Während Max Nagl und seine bärenstrake 450er-MX1-KTM also nicht perfekt vorbereitet in das erste Rennen gehen konnten, zeigte sich einmal mehr die Stärke der Alternative bei KTM. Weltmeister Toni Cairoli gewann sogar mit der schwächeren, aber wendigeren 350er-Werks-KTM den Start und das Rennen. Wenn auch erst nach heftigem Fight mit dem einheimischen Wildcardfahrer Mike Alessi, der als einziger US-Supercrosser von Rang die WM-Rennen in Kalifornien aufwertete, ebenfalls auf einer 350er des KTM-US-Importeurs.

Nagl war als Dritter mäßig zufrieden: "Ich bin am Anfang wegen der Hitze etwas zu vorsichtig gefahren. Dann konnte ich zwar angreifen, aber es war zu spät." Der neuseeländsiche Ex-Weltmeister Ben Townley, im ersten Rennen mit demoliertem Schalldämpfer an seiner Honda ausgeschieden, schwor für Rennen zwei Rache und konnte diesen Schwur mit einem überragenden Sieg auch halten. Hinter ihm erkämpfte sich der Belgier Clement Desalle auf der Werks-Suzuki Rang zwei, während sich Champion Cairoli als Dritter vor Alessi den Tagessieg sichern konnte.

Und Max Nagl? Der bayerische Schwabe kam zwar mit der überlegenen Power seiner 450er in der Endphase des Rennens immer näher an seine KTM-Kollegen mit den hubraum- und leistungsschwächeren 350ern heran, donnerte aber wenige Runden vor Schluss bei einem Angriff auf Alessi unglücklich in die Streckenbegrenzung, fiel weit zurück und musste das Rennen außerhalb der Punkteränge beenden.

Beide MX2-Rennen wurden zur sicheren Beute von Weltmeister Marvin Musquin auf seiner Werks-KTM. Ken Roczen musste im ersten Rennen sein Kämpferherz komplett in die Hand nehmen, um vom fünften noch auf den dritten Rang nach vorn zu fahren. Der zweitplatzierte Kawasaki-Fahrer Steven Frossard, wie Musquin Franzose, blieb aber für Kenny leider außer Reichweite.

Im zweiten Rennen wurde Roczen gleich in der zweiten Kurve von einem Sturz behindert, wieder kämpfte er sich aus dem Mittelfeld heraus. Als zehn Minuten vor Schluss der aufblasbare Zielbogen von Hauptsponsor Red Bull den Abbruch erzwang, weil ihm extreme Windböen diesmal im Wortsinne Flügel verliehen hatten, war Ken Roczen Fünfter.

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