Führer durch den Navi-Dschungel (Archivversion)

Navigationsgeräte gibt es in vielen Facetten und Formen, die Preisspanne reicht von unter 100 bis über 1000 Euro. Doch nur die wenigsten sind motorradtauglich. Eine Marktübersicht.

Die Outdoor-Klasse
Outdoor-Geräte sind gegenüber Standard-Navigationsgeräten deutlich robuster. Was aber nicht heißen soll, dass sie damit schon motorradtauglich sind. Ein kritischer Punkt ist die Beschaffenheit des Wetterschutzes. Ein lediglich gegen Spritzwasser geschütztes Gerät mag für Spaziergänger und Radfahrer ausreichend sein, für Motorradfahrer indes nicht. Um einem Regenschauer bei Tempo 100 standzuhalten, muss das Navi gemäß der Schutzklasse IPX7 als echt wasserdicht gelten, so wie das abgebildete Garmin Nüvi 550. Und im Menü Routenplanung sollten gerade Motorradfahrer darauf achten, dass die Funktion „Autobahn meiden“ vorhanden ist.

Plus
Robustes, teils wetterfestes Gehäuse

Minus
Motorradhalterung meist nicht vorhanden, Bedienung nicht motorradtauglich

Fazit
Unterm Strich eine eher durchwachsene Lösung. Als Motorrad-Navi eignen sich die meisten Outdoor-Geräte nur bedingt. Oft hapert es an einem echten Wetterschutz.


Die Universal-Klasse
Die Geräte im Westentaschenformat gibt es nahezu überall: für 99,90 Euro beim Discounter, im Internet oder als Gratiszugabe zu einem neuen Handy-Vertrag. Aufgrund ihrer Größe könnten sie auch fürs Motorrad taugen. Bei den meisten anderen Kriterien gilt dies jedoch nicht. Mit den mitgelieferten Haltern kann man auf dem Motorrad nichts anfangen, eine stabile Anschlussmöglichkeit an das Bordstromnetz ist in der Regel nicht möglich. Noch dazu müssen sie wasserdicht eingepackt werden, was wiederum die Ablesbarkeit des Displays stark einschränkt. Bei direktem Sonneneinfall erkennt man auf vielen Geräten fast nichts mehr. Und mit Handschuhen ist praktisch keines dieser Geräte zu bedienen.

Plus
Kompakte Form, günstiger Preis

Minus
Nicht wetterfest, keine Halterung, schlecht zu bedienen, schwer ablesbar

Fazit
Maximal geeignet für den gelegentlichen Einsatz beim Aufsuchen von Adressen. Um diese Geräte nur ansatzweise motorradtauglich zu machen, bedarf es vieler Extras.


Die Multifunktionsklasse
In dieser Klasse können sich alle austoben, die von ihrem Motorrad-Navi weit mehr als nur ein simples Straßenansage- wie -anzeigegerät erwarten. Die Spielwiese dieser sogenannten Kartenplotter ist groß, das Einsatzspektrum reicht von der klassischen Straßen- bis hin zur Hochseenavigation. Tourenprofis schätzen die Wegpunktaufzeichnung, mit der sie ihre Touren äußerst detailliert aufzeichnen können. Für eine perfekte Positionsbestimmung können sie mit topographischen Karten im feinsten Maßstab bestückt werden. Die Geräte sind in der Regel 100 Prozent wasser- und staubdicht und lassen sich am Motorrad sicher bedienen.

Plus
Robuste Machart, reichhaltige Aus-stattung, sehr gut ablesbares Display

Minus
Keine Motorrad-Halterung inklusive, teuer

Fazit
Erste Wahl für Tourencracks, die mit Vorliebe offroad unterwegs sind und auch ferne Länder auf dem Programm haben. Normalreisende schöpfen das Potenzial dieser Geräte dagegen kaum aus.

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