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Motorrad-Navigationssystem Motopilot EU LMU Erster Praxistest vom neuen Blaupunkt-Navi

Mit reichlich Verspätung kommt ein neues Motorrad-Navigationssystem von Blaupunkt auf den Markt. Das 3,5-Zoll-Gerät kostet 299 Euro und lockt mit lebenslangem Karten-Update. Ein erster Praxistest.

Bereits vor gut einem Jahr präsentierte Blaupunkt ein neues Motorrad-Navi auf der Internationalen Funkausstellung (IFA), kündigte dann aber noch Überarbeitungen an. Jetzt endlich soll der Motopilot EU LMU Fahrt aufnehmen. Kurz zu den Kürzeln: EU steht für die europa­weite Kartenabdeckung inklusive Russland, LMU für lebenslang kostenfrei erhältliche Karten- und Software-Updates (Lifetime Map Update). 299 Euro kostet der Moto­pilot in der Komplettausstattung. Wie auch andere Hersteller (Garmin, TomTom) setzt Blaupunkt auf die überzeugende, extrem stabile Ram-Mount-Verschraubung.

Weniger gefällt im Test die teils hakige Gerätehalterung, in der das Navi umständlich durch eine Extraschraube gesichert werden muss. Mit seinem 3,5 Zoll großen Touchscreen gehört der Motopilot zu den kleinen Geräten, mittlerweile ist bei den etablierten Marken ein 4,3-Zoll-Display Standard. Das Navi lässt sich nur im Hochformat einsetzen, bei der Darstellung im Splitscreen-Modus (Karte plus Richtungspfeile) fehlt es an Übersichtlichkeit.

Menüpunkte wie Zoom- oder Einstell-Icons heben sich genauso wie die Einblendung der gefahrenen Geschwindigkeit zu schwach ab. Auf der MOTORRAD-Testrunde werden zwar ­alle Adressen korrekt angefahren, gerade im Stadtverkehr nervt aber das teils träge Ansprechverhalten und die nicht immer eindeutige Streckenanzeige. Beim Menü mangelt es am intuitiven Aufbau. Die Akkulaufzeit ist mit knapp fünf Stunden akzep­tabel. Bezuginfos: www.blaupunkt.de

MOTORRAD-Urteil: befriedigend

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Foto: mps-Fotostudio
Der Navi- und Kamerahalter von Innovation B wird auf der Lenkerklemmung verschraubt.
Der Navi- und Kamerahalter von Innovation B wird auf der Lenkerklemmung verschraubt.

Neu in der Navi-Szene

Probleme bei der Unterbringung eines Navigationssystems im Cockpit? Innovation B (Tel. 02872/9496801, www.innovation-b.com) hat diesen frei schwenkbaren Navi-Halter NH1-12 (69,95 Euro) entwickelt, der  auf der Lenkerklemmung verschraubt wird. Mit variabler Einbauhöhe von 50 bis 85 Millimetern soll er auch mit Tankrucksäcken nutzbar sein. Die Halteplatte mit vier Langlöchern ist drehbar und laut Hersteller für alle gängigen Endgeräte (TomTom, Garmin) ausgelegt. Das Unterteil des in Deutschland gefertigten Halters besteht aus CNC-gefrästem Alu, das schwingungsdämpfend gelagerte Oberteil aus Polyamid. Schrauben mit M8-Feingewinde liegen bei. Erhältlich im Fachhandel oder Webshop von Innovation B.

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Die Alternative zum fest am Bike ­installierten Navi ist die passende Software auf dem Smartphone. Skobbler ist ein Berliner Unterneh­men, das  Navigationssoftware auf Basis frei verfügbarer Digitalkarten (Open StreetMap) für Apple- und Android-Geräte entwickelt. In der neuesten Version von „GPS Navigation & Maps“ (Pro-Version für Android 1,00 Euro im Google Playstore, Light-Version kostenlos) ist die Anzeige fester Blitzer integriert. Dazu warnt die App mit optionalem „Blitzer-sorglos-Upgrade“ zum Aktionspreis von derzeit 1,99 Euro (regulär 4,99 Euro) auch vor mobilen ­Radarfallen. Infos: www.skobbler.com

Foto: mps-Fotostudio
Garmin Montana 600 Moto-Bundle.
Garmin Montana 600 Moto-Bundle.

Navi-Konkurrenz

Garmin Montana 600 Moto-Bundle
Teure, aber (fast) perfekte Lösung für Motorradfahrer, die mehr als ein klassisches Straßen-Navi erwarten. Besondere Stärken des ursprünglich reinen GPS-Gerätes sind die vielfältigen weltweiten Einsatzmöglichkeiten – etwa bei der reinen Offroad- oder Luft­linien-Navigation – sowie die umfangreichen Tracking-Funktionen. Preis: 569 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Garmin Zumo 340 LM CE.
Garmin Zumo 340 LM CE.

Garmin Zumo 340 LM CE
Mit dem Zumo 340 rüstet Garmin nach dem 660er in der 4,3-Zoll-Klasse auf. Das Einsteiger-Navi für Motorradfahrer punktet durch exzellente Routenanzeige, klar verständliche Ansagen und robuste Hardware – vom Gerät selbst bis zur Motorradhalterung. Ein echter Pluspunkt ist das im Kaufpreis enthaltene Karten-Update ohne zeitliches Limit. Preis: 399 Euro.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

Foto: mps-Fotostudio
Garmin Zumo 660 LM.
Garmin Zumo 660 LM.

Garmin Zumo 660 LM
Das leicht angegraute Zumo 660 muss sich dem allgemeinen Trend bei elek­tronischen Geräten beugen, dass die Konkurrenz schneller auf- und sogar überholt: Vor allem beim Navigieren reagiert das große Garmin inzwischen besonders bei der Streckenaktualisierung leicht träge. Allerdings punktet es mit reichhaltigem Zubehör, dazu kommt das lebenslang kostenlose Karten-Update sowie Features wie der integrierte Media Player. Preis: 599 Euro

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
Navgear SLX-350.
Navgear SLX-350.

Navgear SLX-350
Das 3,5-Zoll-Gerät lockt mit einem ex­trem günstigen Preis, aber auch mit Inklusivleistungen, die für Motorrad-Navigatoren dringend zu empfehlen sind – so zum Beispiel mit einem Headset für den Helm. Die Bedienung – vom Konfigurieren von Routen bis zur Nutzung während der Fahrt – gerät bisweilen zur Geduldsprobe. Hier bietet die Konkurrenz mehr Komfort und spricht exakter an. Preis: 209,90 Euro.

MOTORRAD-Urteil: gut

Foto: mps-Fotostudio
TomTom Rider.
TomTom Rider.

TomTom Rider
Mit Menüpunkten wie „Planen kurvenreicher Routen“, der Streckenaufzeichnung und dem Austausch mit anderen Geräten via Bluetooth kommt TomTom den Ansprüchen von Tourenfans deutlich entgegen. Aber auch in der simplen Streckenführung von A nach B glänzt das neue Rider mit kontraststarkem Display, klarer 3-D-Darstellung und verständlichen Ansagen. Via Bluetooth können nicht nur Headsets, sondern auch Telefone mit dem Rider verbunden werden. Preis: 399,95 Euro.

MOTORRAD-Urteil: sehr gut

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