Nuviz Head-up-Display für Motorradfahrer.

Nuviz Head-up-Display für Motorradfahrer Praxistest von MOTORRAD Online

Die US-Firma Nuviz bringt das erste Head-up-Display für Motorradfahrer auf den Markt. Es kann Navi, Kamera, Telefon und Musik.

Als erster Anbieter eines Head-up-Displays (HUD) für Motorradfahrer hat sich jetzt der US-Hersteller Nuviz auf den Markt gewagt. Das außen am Kinnbügel anzubringende Gerät hat einen kleinen LCOS-Bildschirm (Liquid Crystal on Silicon), der rechts unten vor dem Visier im Blickfeld des Fahrers platziert ist und Informationen liefern soll, ohne vom Verkehrsgeschehen abzulenken.

Das laut Hersteller inklusive Akku 240 Gramm schwere Nuviz Head-up-Display bietet eine Navi- und eine Kamera-Funktion (Foto und Video, 16 GB interner Speicher). Es wird mittels einer am Lenker anzubringenden Schalteinheit über Bluetooth bedient.

Ebenfalls über Bluetooth kann sich das Nuviz Head-up-Display mit dem Smartphone des Fahrers verbinden, so dass man damit auch telefonieren und gespeicherte Musik hören kann Ein Headset ist im Lieferumfang enthalten. Das Nuviz Head-up-Display gibt es für 699 Euro ab sofort bei Louis, in den Shops und online.

Wie gut funktioniert das? Lenkt es wirklich nicht ab? Wie trägt sich der Helm mit einem halben Pfund Mehrgewicht rechts unten? Wir haben ein Nuviz Head-up-Display bestellt und es ausgiebig getestet.

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Praxistest Nuviz Head-up-Display

Plug and Play ist nicht: Will man sich vom Nuviz, dem seit August erhältlichen, weltweit ersten Head-up-Display für Motorradfahrer den Weg zeigen lassen, ist Vorbereitung gefragt. 24 Stunden muss das Klebepad aushärten, mit dem das Nuviz (abnehmbar) am Kinnbügel befestigt wird. Der App-Download am zwingend notwendigen Smartphone oder Tablet und die Erstinstallation mit Karten- und Sprachen-Download gelingen mit einer guten WLAN-Verbindung recht einfach. Auch die Installation des Controllers an der linken Lenkerarmatur ist in 20 Minuten erledigt. Das Headset mit zwei Lautsprechern und Mikro ist mit Kletthaken kinderleicht im Helmpolster zu befestigen. Das Laden des Nuviz-Akkus funktioniert wie beim Smartphone per USB-Kabel.

Jetzt heißt‘s Helm auf und los. Dabei macht sich das 240 Gramm schwere Gerät nicht negativ bemerkbar und beeinträchtigt den Tagekomfort nicht. Nur beim Schulterblick nach rechts bzw. beim Zurückdrehen des Kopfes wird bei Autobahntempo ein höherer Winddruck spürbar.

Auf einer kombinierten Stadt-, Landstraßen- und Autobahn-Tour über 300 Kilometer bei Regen und Sonne lieferte das in der Helligkeit einstellbare Display zuverlässige Routen-Infos, berechnete bei Abweichungen sehr schnell neu, zeigte aber auch einen Abzweig an, der faktisch nicht existierte. Der Minibildschirm sitzt im Blickfeld rechts unten, lässt volle Sicht aufs Verkehrsgeschehen. Wahlweise können die GPS-gemessene aktuelle Fahr-Geschwindigkeit (mit Warnfunktion bei Übertretung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit) oder eine Kartengrafik als Hauptmotiv dargestellt werden. Ein Blick drauf kostet in etwa so viel Aufmerksamkeit wie einer in den Rückspiegel.

Die Bedienung mittels Bluetooth-Controller ist intuitiv. Bloß bei sehr hellem, direktem Gegenlicht wird das Display schlecht ablesbar und spiegelt. Die getrennt für alle Funktionen (Telefon, Musik, Routenanweisungen) einstellbare Lautstärke ist bis ca. 140 km/h ausreichend, je nach Windschutz und Helm.

Wer will, kann mit dem Nuviz im Handy abgespeicherte Musik hören, die Titelwahl erfolgt über den Controller. Ebenso die Auswahl der Telefonkontakte und das Anwählen, Annehmen oder Wegdrücken von Gesprächsverbindungen. Klang- und Sprachqualität von Telefonaten sind überraschend gut. Eine Internet-Verbindung des über Bluetooth mit dem Nuviz verbundenen Smartphones ist unterwegs nur dann nötig, wenn man eine neue Route planen will.

Fazit: Funktioniert als Navi und Freisprechanlage einwandfrei und stört so gut wie gar nicht. Die Akkulaufzeit reicht für Tagestouren aus. Ob’s die Kamera (Foto und Video) wirklich braucht, sei dahingestellt. Eine um die Kamerafunktion abgespeckte, leichtere und entsprechend günstigere Version wäre sicher auch sinnvoll.

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