125er (Archivversion)

Tomomi Manako stürzte in England vorläufig aus seinen WM-Träumen ab. Steve Jenkner stürzte ebenfalls - und fängt erst richtig zu träumen an.

Kazuto Sakata schonte seine Reifen und wartete geduldig. Erst in der letzten Runde des England-Grand Prix zirkelte er an der Honda von Mirko Giansanti vorbei und dem vierten Saisonsieg entgegen. »Denn ich habe die Lektion gelernt, die mir Marco Melandri in Assen verpaßt hat«, schmunzelte der WM-Leader. Der italienische Grünschnabel hatte den alten Hasen Sakata bei der letzten Durchfahrt der berühmten Schikane nach Strich und Faden vorgeführt und sich mit seinen 15 Jahren als jüngster Sieger der Grand Prix-Geschichte verewigt. Trotzdem ist Sakatas Paradestellung in der 125er WM derzeit unanfechtbar. Sein bislang hartnäckigster Verfolger Tomomi Manako katapultierte sich in Assen zwar mit einer beispiellosen Schlußrunde von Platz sieben aufs Podest, machte in England aber den folgenschweren Fehler, sich beim Herausbeschleunigen auf die Zielgerade nach etwaigen Verfolgern umzudrehen. Dabei entging ihm, daß Yamaha-Kurz-Pilot Youichi Ui sich verschaltet hatte und langsamer wurde. Manako knallte dem Silberpfeil in die Seite, stürzte und schliff sich den kleinen Finger der linken Hand so tief auf, daß er operiert werden mußte. Youichi Ui feierte als Dritter den ersten Podestplatz seit dem Brasilien-Grand Prix 1997, hätte ihn aber fast an Steve Jenkner abtreten müssen. Der tapfere Sachse kam am Start erst mit den Letzten weg, flitzte dann aber wie an Slalomstangen entlang durchs Feld und war bereits Dritter, als er sechs Runden vor Schluß den Vorderreifen überstrapazierte und zu Boden ging. Seine Bilanz war dennoch positiv. »Endlich haben wir die Aprilia im Griff - ich könnte mir kein besseres Motorrad wünschen«, rieb er sich die Hände.

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