125er-WM (Archivversion) Eine Minute

Rund eine Minute lang durfte
sich Thomas Lüthi wie der neue
125er-Weltmeister fühlen.

Zwölf Punkte Vorsprung hatte der Schweizer Tom Lüthi in der 125er-WM-Tabelle vor dem
Istanbul-GP – was bei zwei noch ausstehenden Rennen zu wenig schien, um seinen Verfolger Mika Kallio vorzeitig zu schlagen. Doch in der letzten Rennrunde schien ein Wunder zu geschehen. Lüthi hatte sich in der trickreichen Links-rechts-links-Kombination mit einem sehenswerten Ausbremsmanöver vom fünften Rang an die Spitze katapultiert, vor Mike di Meglio und KTM-Werksfahrer Kallio. In dieser Reihenfolge ging das Führungstrio in die letzte Runde; sollte sich bis ins Ziel nichts ändern, würde die WM-Entscheidung auf das Finale in Valencia vertagt. Doch dann stürzte Kallio, inzwischen wieder in Führung,
und Lüthi hätte ein dritter Rang gereicht, um neuer Champion zu werden. In der Zieleingangsschikane, wo er zuvor alles
richtig gemacht hatte, passte dieses
Mal aber gar nichts mehr. Nicht nur
Sieger di Meglio, sondern auch Mattia Pasini, Tomoyoshi Koyama und Gabor Talmacsi drückten sich an Lüthi vorbei.
Bei einem Sieg von Kallio in Valencia muss er nun mindestens Platz 13 holen, um Weltmeister zu werden. Eine lösbare Aufgabe, deshalb ärgerte er sich auch nur kurz. KTM-Teamchef Harald
Bartol gab zu, dass die rechnerisch noch intakten Titelchancen für Kallio »höchst hypothetischer Natur« seien.
Der Ausfall des Finnen bescherte Sandro Cortese – in der kommenden Saison bei Elit-Honda Kollege von Tom Lüthi – und dem Berliner Dario Giuseppetti als 14. und 15. WM-Punkte. abs

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