125er––––– (Archivversion)

Masao Azuma gönnte sich bei seinem Höhenflug eine Verschnaufpause. Dafür schlug Teamkollege Marco Melandri mit dem ersten Saisonsieg zu.

Schon nach seiner Pole Position schwebte Marco Melandri vor lauter Selbstvertrauen im siebten Himmel. »Wir verwenden ein Standardfahrwerk mit der letztjährigen Federung, und das funktioniert auf dieser Piste perfekt. Doch vor allem fahre ich gut. Diese Strecke ist phantastisch«, schwärmte der italienische Teenager und fand nach seinem Rennsieg die nächsten Superlative. »Das war ein phantastisches Rennen, das schönste meiner Karriere.«Ab der ersten Runde in Führung, versuchte Melandri vergeblich, davonzufahren, und versteckte sich wegen zunehmender Rutscher für eine Zeitlang an zweiter Stelle. Auch bei seinem Endspurt in den letzten acht Runden hatte er Reifenprobleme, setzte sich aber trotzdem gegen Verfolger Emilio Alzamora durch. Vor lauter Glück entschuldigte er sich auf dem Podest bei dem Spanier, den er mehrfach gemeingefährlicher Fahrweise bezichtigt und den Mittelfinger gezeigt hatte.WM-Leader Masao Azuma gönnte sich bei seinem Gipfelsturm eine Verschnaufpause. Nach einem Trainingssturz kam er schlecht in Fahrt, und weil alle Bridgestone-Piloten Schwierigkeiten hatten, passende Reifen zu finden, kam auch Azuma im Rennen nicht über Platz sechs hinaus.Weil sein Hinterreifen bei den sonntäglichen Hochsommertemperaturen völlig in sich zusammenschmolz, wurde auch Klaus Nöhles von weiteren Großtaten abgehalten. An seiner ersten WM-Saison aus politischen Gründen gescheitert - der damalige Sponsor UGT konnte bei der Teamvereinigung IRTA keinen Startplatz durchsetzen - bewies der Wild Card-Pilot seine WM-Reife schon im Training mit einem tollen sechsten Rang. Im Rennen hielt er vier Runden lang den siebten Platz, rutschte dann aber allmählich auf Platz 14 zurück. »Vom Gefühl und vom Speed her hätte ich vorn mithalten können. Das gibt mir Selbstvertrauen«, erklärte Nöhles, der als nächstes »in Brünn zuschlagen« will und hofft, mit seinem Tunerr Jörg Seel im nächsten Jahr den Sprung in die WM zu schaffen. »Technisch und menschlich paßt alles zusammen. Uns fehlt nur ein Hauptsponsor!“

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