125er––––– (Archivversion)

Die 125er Stars Tomomi Manako und Marco Melandri hätte man bei der Zieldurchfahrt mit einem Handtuch zudecken können.

Manako und Melandri fuhren dem Feld um über acht Sekunden davon. Die beiden Honda-Stars hätten ihre Verfolger noch deutlicher distanzieren können, hielten sich aber mit taktischen Scharmützeln auf. Vor der letzten Durchfahrt der unteren Schikane, wenige hundert Meter vom Zielstrich, riskierte Melandri einen Angriff. Verwegen bremste sich der italienische Teenager neben Manako und schob sein Vorderrad an der schwarzen UGT-Honda vorbei. Doch der Japaner schlug ebenso kaltblütig zurück: Weil Melandri seinen Tempoüberschuß auf einer ungünstigen Linie abbauen mußte, konnte Manako früher beschleunigen und erreichte das Ziel um acht Hundertstelsekunden vor der blauen Benetton-Maschine. »Genial«, freute sich Teamchef Mario Rubatto. »Dem Team sei Dank - meine Maschine war bis zum Schluß perfekt«, revanchierte sich sein von insgesamt drei technischen Ausfällen aus dem Titelkampf geworfener Schützling. Masao Azumas dritter Platz machte das Honda-Aufgebot an der Spitze perfekt und ließ den Vorsprung von WM-Leader Kazuto Sakata auf 40 Punkte schrumpfen, worauf der Aprilia-Star die übliche Weltuntergangsstimmung verbreitete und mehr PS forderte. Aprilia ist durch das ständige Wehklagen bereits so genervt, daß Sakatas Job trotz des WM-Titels zur Debatte steht. Jammert Sakata aus Prinzip, so hatte Youichi Ui ein echtes Problem. Zwei Kolbenklemmer und ein Kolbenringbruch warfen ihn im einzigen Trockentraining auf Startplatz 24 zurück, worauf Konstrukteur Harald Bartol einen Fertigungsfehler ausmachte und bei einem Zulieferer in Bologna neue Zylinder besorgte. Im Rennen kämpfte sich Ui heldenhaft auf Rang sechs, war aber längst nicht zufrieden. »Ich will auf Yamaha siegen - wenigstens einmal«, meinte Ui. So ehrgeizig wie Ui legte sich auch Steve Jenkner ins Zeug und stieß nach dem Start schnell an die achte Stelle vor. Doch schon in der ersten Runde übertrieb er das Risiko, ritt durchs Kiesbett und war einsames Schlußlicht. Bis zum Ziel kämpfte er sich noch auf Platz 14 vor.

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