–––––Super Moto-Inter-DM in Schaafheim (Archivversion)

Grüne Koalition

Rot oder Grün? Egal mit wem sich Super Moto-Champion Harald Ott verbündet, er gewinnt meist - bislang auf der feuerroten Honda, nun auf der giftgrünen Kawasaki.

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Seit Beginn der neuen Saison der Super Moto-Drifter gilt das vor allem für die Hoffnungsträger auf den vierten zu vergebenden Inter-DM-Titel der Super Moto-Historie. Denn neben der immer größer werdenden Horde der KTM-Duke-Piloten ist seit dem Meisterschaftsauftakt in der hessischen Odenwald-Gemeinde Schaafheim innerhalb der Top-ten-Fraktion vor allem giftiges Kawasaki-Grün angesagt. Wobei bekanntlich trotz einheitlicher Farbgebung die Wege zum begehrten deutschen Super Moto-Titel ganz unterschiedlich sein können. Meik Appel zum Beispiel, auf seiner Kawasaki 1996 und 1997 jeweils haarscharf an Abonnements-Sieger Harald Ott gescheitert, kehrte nach einem frustrierenden Jahr auf der Viertakt-Husqvarna auf den Zweitakter zurück. Doch weil die für diesen Sport mit stets wechselndem Untergrund notwendigen Spezialteile buchstäblich in letzter Sekunde eintrafen und der Wolfsburger alle Trainingseinheiten auf seinem 250 cm³ schwachen Stuntmotorrad abspulen mußte, ließ er die KX 500 gleich im Schaafheimer Fahrerlager stehen und bestritt beide Wertungsrennen auf der Viertelliter-Version. »Hier in Schaafheim gelten andere Gesetze. Die Bahn ist sehr eng, winklig und sehr langsam, da kommt es nicht auf die Motorleistung an«, weiß das Fahrtalent. Nach drei Meistertiteln in Folge auf Honda setzt Oberdrifter Harald Ott in dieser Saison auch auf Grün. Gleichwohl hat sein neuer Untersatz mit Appels Ausrüstung kaum mehr als den Markennamen gemeinsam. Des Heidenheimers 500-cm³-Motoren sind zwar ebenfalls in einen leichteren, wendigen KX 250-Rahmen eingebaut, werden aber im Job-Sharing-Verfahren vom Schweizer Quad-Tuner Roland Schwendimann und Haralds Vater sowie persönlichem Tuningchef Herbert Ott präpariert.Für den dritten Mann in Grün kam schon vier Tage vor dem Saisonstart das Aus: Der Finne Mika Sironen, 1999 mit Appel in einem Team, verletzte sich mit seiner Kawasaki beim Training in Oschersleben an der Schulter und kurvte statt nach Schaafheim umgehend zur Operation in seine Heimat. Während Meik Appel das geschrumpfte Kawasaki-Team auf dem Verlegenheitsmotorrad mit den Positionen sechs und vier würdigst repräsentierte und seine Meisterschafts-Chancen als Tabellen-Fünfter nach dem ersten Saison-Sechstel wahrte, brachte der schon auf Honda von den Gegnern wenig geliebte Ott die aus Husqvarna und KTM bestehende Viertakt-Konkurrenz einmal mehr zur Verzweiflung. Als Trainings-Sechster hatte der gelernte Kfz-Mechaniker gerade noch einen Platz in der ersten Reihe mit seiner Kawa ergattert, demoraliserte die anderen Sieganwärter jedoch umgehend durch zwei Blitzstarts, mit denen er die Führung schon in der ersten Kurve abonnierte.Trotz zweier Start-Ziel-Siege des deutschen Meisters präsentierten sich die Extrem-Drifter den beinahe 4000 Zuschauern auf der voll einsehbaren Kartstrecke in bester Verfassung: Im ersten Heat jagten sich Ott, Husky-Ritter Jürgen Künzel und KTM-Frontmann Klaus Kinigadner im Hundertstelsekunden-Abstand. Als Künzel in dem durch einen Sprung aufgewerteten Off Road-Teil auf einen gestrauchelten Fahrer auflief, eroberte Kini geistesgegenwärtig Platz zwei, den er auch im zweiten Durchlauf erreichte. Jedoch erst, nachdem nacheinander Künzel und Honda-Treiber Achim Trinkner nach jenem Sprunghügel einen Fahrfehler machten, in dessen Folge Vizemeister Gilles Salvador auffuhr und von der Duke purzelte. Worauf zumindest für den 40jährigen Evergreen DM-Lauf Nummer zwei beendet war.Danach rauschten Ott, Kinigadner, der Schweizer KTM-Vertreter Beat Gautschi, Appel, Künzel und Aufsteiger Jens Hainbach zur Begeisterung der Fans im Sechserpack durchs Kurvenlabyrinth. Hainbach, der 1998 in der zweiten Drift-Liga, dem Super Moto-Cup, mit Punktemaximum gewonnen hatte, ist überzeugt, daß man für Top ten-Plazierungen neben einer Portion Talent nur den richtigen Untersatz benötigt: »Meine Husqvarna schoß aus der zweiten Reihe gleich auf den zweiten Platz, und von da an war eigentlich nur noch Gas geben angesagt.« Zur Ehrenrettung Otts, der - mangels Überholmöglichkeiten - der Meute einen ungewöhnlich langsamen Rhythmus aufzwang, muß gesagt werden, daß der Schwabe fast den ganzen Lauf mit einer locker gewordenen Bremsarmatur zu kämpfen hatte. Was ihm beim nächsten DM-Lauf möglichst nicht passieren sollte. Denn ob dort Meik Appel wieder seine 250er auspackt und Otti der Konkurrenz stets rechtzeitig die Türen zuschlagen kann, muß zumindest in Zweifel gezogen werden: Die Läufe Nummer drei und vier steigen am 5. und 6. Juni nämlich in Form eines Highspeed-Driftakts auf dem ehemaligen GP-Kurs des Salzburgrings.
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Super Moto-Inter-DM Schaafheim (Archivversion)

1. Lauf: 1. Harald Ott Kawasaki, 2. Klaus Kinigadner (A) KTM, 3. Jürgen Künzel Husqvarna, 4. Gilles Salvador (F) KTM, 5. Jens Hainbach Husqvarna, 6. Meik Appel Kawasaki, 7. Achim Trinkner Honda, 8. Beat Gautschi KTM, 9. Achim Lohse Husaberg, 10. Dirk Spaniol Honda;2. Lauf: 1. Ott, 2. Kinigadner, 3. Gautschi, 4. Appel, 5. Künzel, 6. Hainbach, 7.Trinkner, 8. Spaniol, 9. Joachim Bauer MuZ, 10. Roger Bantli (CH) Yamaha;DM-Stand (nach einer von sechs Veranstaltungen): 1. Ott 40 Punkte, 2. Kinigadner 34, 3. Künzel 26, 4. Gautschi 23, 5. Appel 23, 6. Hainbach 21, 7. Trinkner 18, 8. Spaniol 14, 9. Salvador 13, 10. Lohse 13.Stand des deutschen Super Moto-Cup (nach einer von sieben Veranstaltungen): 1. Roger Bantli (CH) Yamaha, 20 Punkte, 2. Christoph Lemaire (L) Vertemati 17, 3. Mario Nonnenmacher Kawasaki 15, 4. Roger Gysi (CH) KTM 13, 5. Thomas Weinehl KTM 11, 6. Jens Martin Husqvarna 10, 7. Mario Alpsteg (CH) Yamaha 9, 8. Jörg Damlos Honda 8, 9. Fokke van der Walle (NL) Husqvarna 7, 10. André Seipp Husqvarna 6.

Super Moto-Inter-DM Schaafheim (Archivversion) - Kasten POWERSLIDE

Eins haben alle Super Moto-Freaks gemeinsam: Jeder findet die breitbereiften Straßenflitzer mit der rustikalen Off Road-Optik zuallererst einmal schlicht und einfach geil. Was sich nicht zuletzt darin widerspiegelt, daß inzwischen jede Menge Enduristen ihre Stollenrößer in Eigenregie zu rasenden Spielmobilen umgebaut haben. Und weil MOTORRAD dies genauso geil findet, lädt die Redaktion am 19. und 20. Juni zum ersten Super Moto-Treffen Deutschlands für straßenzulassungsfähige Super Moto-Bikes, dem Powerslide ´99 ein.Ort des Geschehens: Großenhain, nahe Dresden, wo an diesem Wochenende auch die Europameisterschafts-Premiere im Super Moto stattfindet. Geboten wird von MOTORRAD einiges: Super Moto-Sonderparkplatz im Fahrerlager, Camping, Abendessen, und - der Clou - unter Anleitung der besten Super Moto-EM-Piloten dürfen sich die »Powerslider« nach den Trainings auf die Original-Super Moto-Rennstrecke wagen. Am Renntag steht dann vor geplanten 8000 Zuschauern die Prämierung der drei attraktivsten Super Moto-Umbauten an. Der Preis ist heiß: Alles zusammen inklusive Abendessen und eine Eintrittskarte für zwei Tage schlagen mit gerade mal 50 Mark zu Buche. Anmelde-Formulare mit allen Details gibt´s bei MOTORRAD, Super Moto, 70162 Stuttgart, Fax 0711/182 1781.

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