––––Interview– (Archivversion)

«Alle in einem Boot

Dierk Filmer, neues Mitglied im Präsidium des IVM

?Seit Mai sind Sie Mitglied im Präsidium des Industrieverbands Motorrad (IVM) und dort der erste Vertreter der Zubehörindustrie überhaupt. Warum?Der Bekleidungs- und Zubehörbereich hat ein Volumen von etwa 2,3 Milliarden Mark erreicht. Schon deshalb sollten Vertreter im Präsidium des Interessenverbands sitzen. Außerdem zahlen die Mitglieder Beiträge in den IVM und wollen Einfluß nehmen, wohin die Reise geht und welche Schwerpunkte gesetzt werden. Der IVM bestand zunächst nur aus ordentlichen Mitgliedern, den Motorradherstellern, später kamen Zubehörlieferanten als Fördermitglieder hinzu. Ich will nicht sagen, daß es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft war, aber jetzt sollen die Gruppen mehr und mehr zusammenwachsen, und dafür stehe ich auch ein. ?Was wollen Sie als Präside erreichen?Ich trete für noch mehr Partnerschaft zwischen Lieferanten und Einzelhandel ein, das ist auch zum Vorteil für alle Motorradfahrer. Wir sitzen nämlich alle in einem Boot. Dieser relativ kleine Markt, der häufig unter Druck gerät, dem vielfach mit der Gesetzesknute gedroht wird, erfordert ein starkes Wir-Gefühl. Das Ziel ist, die Regularien auf ein Minimum zu beschränken.
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Filmer, Dierk: Interview (Archivversion)

Falls die Bürokraten in Brüssel zu Potte kommen, gibt´s 1997 europaweit eine neue Abgasnorm für Krafträder. Viertakter dürfen dann nur noch 13 Gramm Kohlenmonoxid (bislang 42), 3 Gramm Kohlenwasserstoff (bislang 8,4) und 0,3 Gramm Stickoxide pro Kilometer ausstoßen. Diese EUR0 1-Norm für Motorräder, so forderte der Industrieverband Motorrad (IVM) bereits letztes Jahr, soll aber auch das schadstoffarme Motorrad in Deutschland definieren. Bikes, die die Grenzwerte erfüllen, könnten dann bei Ozon-Alarm fahren. Derzeit hapert es zwar noch an der Einsicht von Bund und den allermeisten Ländern. Aber trotzdem: Welche 1996er Modelle der sechs Markenführer schaffen die Emissionsnorm laut Typ-Prüfwerten? Bei BMW sind´s alle Modelle, die mit serienmäßigem Kat liegen sogar meilenweit unter den geforderten Werten. Überraschender schon Kawasaki, deren Bikes durch Sekundärluftsysteme tief durchatmen können. Für die meisten Harley-Davidson reicht bei viel Kubik und wenig Leistung die Optimierung der Motor- und Vergasereinstellung. Dagegen bekleckern sich Honda, Suzuki und Yamaha nicht gerade mit Ruhm. Klaus Wilkniß, Honda-Pressesprecher: »Die Technik haben wir. Wir warten jetzt nur noch auf den Gesetzgeber.“

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