2002 - ein schwieriges Jahr geht zu Ende (Archivversion) 2002 – ein schwieriges Jahr geht zu Ende

Eigentlich war der 2002er-Jahrgang ein guter Motorrad-Jahrgang. Faszinierende neue Maschinen wie die Ducati 999, die Honda Fireblade und VFR oder die Yamaha YZF-R1, unterstützt von den Dauerbrennern BMW R 1150 GS, Suzuki SV 650 oder Kawasaki ZR-7 hatten das Zeug dazu, für einen stabilen Markt zu sorgen. Doch die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte um knapp neun Prozent. Und zum ersten Mal seit vielen Jahren gab es auch weniger Besitzumschreibungen. Woran liegt’s?Sicher, das wirtschaftliche Umfeld lässt nicht gerade Euphorie aufkommen, die Steuer- und Abgabendiskussionen der Politiker braucht kein Mensch. Aber das erklärt bei weitem nicht alles. So fanden nämlich die bekannt günstigen Suzuki-Motorräder 14 Prozent weniger Käufer, während der Rückgang bei den teureren Honda nur fünf Prozent betrug. Und als einziges Segment wächst das der Maschinen über 100 PS und über 750 cm3 Hubraum, also das der wirklich hochpreisigen Modelle. Das heißt doch ganz klar, dass sich zumindest ein Teil der Motorradfahrer gern etwas gönnt, und zwar gern ein bisschen mehr. BMW reitet auf dieser Welle ganz hervorragend. Fast alle bayrischen Zweiräder besitzen über 1000 cm3 Hubraum und können nicht gerade als Sonderangebot bezeichnet werden. Dennoch verkaufen die Weißblauen mehr denn je. Man kann auch einen anderen Schluss aus dem schwierigen Jahr 2002 ziehen. Die Hersteller vernachlässigen die Mittelklasse-Modelle. Wo gibt es denn die günstige, moderne Einsteigermaschine zu kaufen? Wer baut denn das coole 50-PS-Gefährt für die Stadt? Außer BMW (F 650) und KTM (LC4 Supermoto) gibt es nur alte bis Uralt-Bikes vom Schlage einer XJ 600 oder CB 500. Oder einer Suzuki 600 Bandit, die sich immer noch erstaunlich gut verkauft. Wie groß müsste das Interesse dann erst an einer attraktiven Mittelklasse sein.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote