24 Stunden von Le Castellet (Archivversion) Goldene Ananas

Das hatte es selbst beim 24-Stunden-Rennen in Le Castellet noch nie gegeben: Fünf Unterbrechungen sorgten während des Rennens für viel Aufregung, doch die Weltmeisterschaft war schon vorab durch die Mannschaftsaufstellung des Kawasaki-Werksteams entschieden. Kawasaki setzte den Langstrecken-WM-Tabellenführer und Titelverteidiger Brian Morrison aus Schottland und seinen einzigen noch chancenreichen Verfolger, den Italiener Piergiorgio Bontempi, auf das gleiche Motorrad. Damit hatte Morrison den Titel sicher, bevor es überhaupt losging. Und das war auch besser so für ihn. Denn noch bevor der neue Champion selbst das erste Mal ins Renngeschehen eingreifen konnte, beklagte sein zweiter Partner, der Franzose Jehan d’Orgeix, einen Bruch der Hinterachse, womit der Tag für die Favoriten zu Ende war. Zur ersten Unterbrechnung nach sieben Rennstunden kam es nach einem Unfall in der schnellen Signes-Rechtskurve unmittelbar nach der langen Mistral-Geraden. Öl war auf der Strecke, und um die Streckenposten sicherer arbeiten zu lassen, schickte die Rennleitung das Pace-Car auf die Strecke. Während der Pace-Car-Phase fing es zu regnen an. Das Rennen war kaum eine halbe Stunde wieder offen, als gegen Mitternacht der Nachwuchsfahrer Serge Vieira mit einem Konkurrenten auf der Mistral-Geraden kollidierte und schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. An der Unfallstelle war ein schmierseifenähnlicher Teppich aus Regenwasser, Öl und Dreck entstanden, weshalb das Rennen erneut bis zur Säuberung abgebrochen wurde.Gegen zwei Uhr in der Nacht erfolgte der Neustart. Zu diesem Zeitpunkt führte die Werks-Suzuki von Terry Rymer, Doug Polen und Peter Goddard vor Jamie Whitham, Adrien Morillas und Jean-Pierre Déletang (Yamaha) und dem Honda-Team Alex Vieira/Christian Lavieille/William Costes. Während dieses Rennabschnitts fiel eine kuriose Vorentscheidung beim Routine-Stopp des führenden Suzuki-Teams. Doug Polen wollte gerade wieder ins Rennen gehen, doch die hintere Radmutter war nicht korrekt angezogen. Der Motor drehte zwar hoch, aber das Bike bewegte sich nicht. Dafür brach die Schwinge, und die Mechaniker hatte für weitere 16 Minuten Arbeit.Um 6.25 Uhr brachten heftige Gewitterstürme das Rennen erneut zum Abbruch. Erst um neun Uhr konnte wieder gestartet werden. Mittlerweile lag das rein französische Team Alex Vieira/Lavieille/Costes mit ihrer Werks-Honda in Front. Einer weiteren Pace-Car-Phase am späten Vormittag folgte der endgültige Abbruch ein Stunde vor dem geplanten Ende. Das Honda-Team gewann vor dem unglücklichen Suzuki-Trio Rymer/Polen/Goddard und Gomez/Protat/Buckmaster (Suzuki).

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