250er (Archivversion)

Sportlich war das Aprilia-Trio wieder eine Klasse für sich. Doch zwischen Harada, Rossi und Capirossi knistert es.

Jürgen Fuchs erlebte wegen Motoraussetzern die fünfte Pleite der Saison und ruckelte nach verheerendem Start auf den zwölften Platz (siehe Seite 218).Sein Aprilia-Markengefährte Loris Capirossi hatte beim Losfahren noch das gleiche Problem und fiel weit zurück, setzte dann aber zu einer souveränen Aufholjagd an und war binnen sieben Runden Dritter hinter seinen Teamkollegen Tetsuya Harada und Valentino Rossi. Dann geschah etwas Merkwürdiges: Harada machte sich so lange vor Rossi breit, bis Capirossi aufschließen und in Führung gehen konnte. Als er realisierte, was passiert war, schlug Rossi zurück und schob sich selbst an die Spitze. Den möglichen Sieg verschenkte er durch ein unnötiges Wheelie, das die Zuschauer ebenso entzückte wie seinen Gegner Harada. Der Japaner bedankte sich und gewann, Rossi wurde Zweiter vor Capirossi. Daß Harada Capirossi die Steigbügel hält, liegt an einer gemeinsamen Antipathie gegen den jungen Helden, der den beiden in der Gunst von Publikum und Medien regelmäßig die Butter vom Brot nimmt. »Die beiden haben gegen mich ein Komplott geschmiedet. Sie tuscheln, geben sich versteckte Zeichen, und im Training drehen sie jedesmal ab, wenn ich in ihren Windschatten gerate«, beschwerte sich Valentino. »Harada war mal mein Idol, doch ich bin von ihm enttäuscht. Er treibt ein falsches Spiel, und Capirossi ist töricht genug, sich darauf einzulassen«. Olivier Jacque (Honda) wurde von den französischen Fans als Held gefeiert: Obwohl er wegen seinem Knöchelbruch noch am Stock humpelte, erbeutete er Platz vier.

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