250er––––– (Archivversion)

Jürgen Fuchs verschenkte den Sieg durch falsche Reifenwahl, Valentino Rossi durch einen Sturz - und Tetsuya Harada war der lachende Dritte.

Docshop-Star Jürgen Fuchs schockierte die Konkurrenz in Malaysia mit der ersten Pole Position seiner GP-Karriere. »Motor und Chassis erwärmen sich bei der Hitze unheimlich, deshalb habe ich gleich zu Beginn des Trainings eine freie Runde gesucht und eine Zeit hingeknallt«, jubelte der Aprilia-Pilot. »Wir haben das Motorrad nach vielen Veränderungen am Fahrwerk gut im Griff, die Strecke ist mit schnellen, flüssigen Kurven genau mein Ding. Eigentlich hatte ich mir für den Rückweg an die Spitze mehr Zeit eingeräumt!« Es sei zu schön, um wahr zu sein, fügte er hinzu - und das war es dann auch. Statt mit jener um zwei Nummern weicheren Reifenmischung auszurücken, mit der er seine schnellste Zeit erreicht hatte und mit der Loris Capirossi im Rennen Fünfter wurde, griff Fuchs fürs Rennen »aus Übervorsicht« zur härtesten aller verfügbaren Mischungen, ließ nach schwachem Start stark nach und kam als geschlagener Achter ins Ziel. »Ich wollte die Kupplung auf keinen Fall zu schnell kommen lassen und habe deshalb am Start ein paar Plätze verloren. Ich war mir sicher, wieder nach vorn fahren zu können. Aber am Hinterrad hatte ich keinerlei Grip. Erst als der Vorderreifen zerschlissen war, wurde es etwas besser, denn dann konnte ich wenigstens über beide Räder rutschen2, raufte sich Fuchs die Haare. Valentino Rossi führte bis zur Rennmitte und war auch in der letzten Runde wieder an der Spitze. Doch als sein Verfolger und Aprilia-Teamkollege Tetsuya Harada in der letzten Kurve das Schwert zog, zeigte sich Klassenneuling Rossi noch mit dem Löffel im Mund: Beim Versuch, Haradas Angriff abzuwehren, gab Valentino etwas zu heftig Gas, stürzte und zog sich einen Riß in der linken Kniescheibe zu. Sieger Harada wurde auf dem Podest zu Unrecht ausgepfiffen, denn der neue WM-Leader hatte Rossi bei der Attacke nicht einmal berührt.Der zweitplazierte Tohru Ukawa führte während 14 von 28 Runden, hatte aber ebensowenig echte Siegchancen wie der abgeschlagene Dritte Olivier Jacque. »Wir brauchen mehr Power. Sonst ist die Weltmeisterschaft dahin«, waren sich die beiden Honda-Piloten einig.

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