500-cm³-Moto Cross-WM in Holzgerlingen (Archivversion) Let´s Smets

Weil Joel Smets (2) bereits als neuer Weltmeister ins Schwabenland reiste, überließ er diesmal anderen die Show.

Warum soll es im Sport anders sein als im wirklichen Leben? Um Führungspositionen wird eben gern gestritten. Erst recht, wenn dem letztlich Überlegenen als Lohn die Vorherrschaft über eine ganze Zunft winkt. Doch wie im richtigen Leben gewinnen oft diejenigen den Vorsitz, die - mit Verlaub - die Klappe am weitesten und nicht am qualifiziertesten aufreißen.Und so wäre die eher gesetzte und zurückhaltende Halbliter-Crosser-Gilde vor sechs Jahren beinahe von der internationalen Motorradsport-Hoheit FIM ebenso gedanken- wie auch ersatzlos gestrichen worden. Kein Interesse der Hersteller an den in der Tat verkaufsschwachen zweitaktenden Hubraum-Riesen und vor allem mehr Medieninteresse für die 250er WM als neu proklamierter Königsklasse, so hieß es. Und hätte nicht der englische Journalist und MOTORRAD-Mitarbeiter Alex Hodgkinson per Unterschriftenliste und eindrucksvoller Pressekampagne einen Aufschub des Urteils erwirkt, wäre der Moto Cross-Adel dem Fallbeil der Funktionäre zum Opfer gefallen - ohne jemals zu offenbaren, welch genialer Embryo sich in seinem Innern verbarg.Wenn sich die Gelehrten der Stollenbranche bis heute auch über die fahrerische Qualität des Halbliter-WM-Felds uneinig sind, so erhebt allein die technische Vielfalt, in der Viertakter sowohl in der 400er als auch in der 600er Version gegen 360 cm³ beziehungsweise 500 cm³ große Zweitakter kämpfen, mittlerweile über alle Kritik. Und so gilt wenigstens für die ehemals totgesagten Herren der 500er WM: Es darf weiter gestritten werden. Nicht laut, aber qualifiziert - eben wie bisher.

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