Abgasuntersuchung 2006 für Motorräder (Archivversion) Was 2006 für Biker wichtig ist

Abgasuntersuchung
Ursprünglich war die Abgasuntersuchung für Motorräder und Roller zum 1. Januar 2006 geplant. Doch die Verordnung ging
im Trubel des Regierungswechsels unter
und wird wohl erst im Februar 2006 den Bundesrat passieren. Deshalb rechnet das Bundesverkehrsministerium jetzt mit der Einführung zum 1. April 2006.
Die Abgasuntersuchung (AU) für Krafträder erfolgt als Bestandteil der alle zwei Jahre fälligen Hauptuntersuchung (HU). Es gibt also wie bislang nur eine einzige Plakette auf dem Nummernschild. Je nach Aufwand, Zylinderzahl und beauftragter Prüfstelle wird die Hauptuntersuchung jedoch zwischen 20 und 35 Euro teurer.
Alle Krafträder und -roller sowie alle Leichtkrafträder und -roller, die ab 1. Januar 1989 erstmals zugelassen worden sind, müssen zur Abgasuntersuchung. Gemessen wird der Kohlenmonoxidgehalt im Leerlauf, bei Motorrädern mit geregelten Katalysatoren im erhöhten Leerlauf. Der Grenzwert ist 4,5 Volumenprozent und 0,3 Volumenprozent bei Bikes mit G-Kat. »Wir erwarten bei den allermeisten Motorrädern keine Schwierigkeiten, diese Hürde zu schaffen«, so der Ressortleiter Technik beim Industrie-Verband Motorrad, Christoph Gatzweiler.
Hält der eigene Bock die Werte jedoch nicht ein, wird eine Wiedervorführung fällig. Probleme entstehen, wenn ein Endtopf mit Kat gegen einen Kat-losen Zubehörschalldämpfer getauscht wurde, weil sich der Schadstoffausstoß erhöht.
Die Geräuschuntersuchung wird ebenfalls fester Bestandteil der Hauptuntersuchung. Pflicht ist eine subjektive Geräuschbeurteilung. Glaubt der Prüfer, das Motorrad sei zu laut, kann er als Ergänzung das Standgeräusch messen. »Die vorgesehenen Untersuchungen zur Beurteilung des Abgas- und Geräuschverhaltens der Krafträder sind Einstiegslösungen auf relativ niedrigem Niveau«, so das Bundesverkehrsministerium. »Parallel zu ihrer Einführung soll aber mit einem begleitenden Forschungsvorhaben abgeklärt werden, ob, und wenn ja, welche Möglichkeiten zur Verbesserung der Untersuchungen bestehen.« Schöne Aussichten.
Die Abgasuntersuchung kann auch als
eigenständiger Teil von anerkannten Werkstätten durchgeführt werden, die über einen geeigneten Prüfraum, ein Messgerät zur Ermittlung der Motortemperatur sowie ein geeichtes CO-Abgasmessgerät verfügen.

Neue Papiere
Seit 1. Oktober 2005 erteilen die Zulassungsstellen statt Kfz-Schein und Brief die EU-Zulassungsdokumente I und II. Auf dem Teil II, der den Brief ersetzt, finden nur noch zwei Halter Platz. In einem separaten Feld ist die Anzahl der Vorbesitzer vermerkt.
An- oder Umbauten werden nur noch im
Teil I notiert. Ganz wichtig: Kontrollieren Sie bei Ummeldungen, ob auch alle alten Eintragungen korrekt im neuen Teil I stehen. Bei vielen Zulassungsstellen gibt es Schwierigkeiten bei der Datenübernahme. Kopieren Sie den alten Brief und Schein und reklamieren Sie möglichst sofort, wenn etwas nicht stimmt. Oder nehmen Sie den entwerteten Brief und Schein wieder mit. Sonst ist guter Rat teuer.
Zudem verhalten sich die Motorradhersteller unterschiedlich, was die freiwillige Reifenbindung angeht. Aprilia zum Beispiel gibt nur noch Größen an. Für die Gummis genügen laut Industrie-Verband Motorrad (IVM) Unbedenklichkeitsbescheinigungen
der Pneu- oder Motorrad-Fabrikanten. Viele andere Teile haben eine EU-Betriebserlaubnis. In beiden Fällen ist eine Eintragung in
die Kfz-Papiere nicht notwendig, so der IVM. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, sollten Sie Kopien der EU-Betriebserlaubnis von Teilen und Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Reifen mit sich führen. Falls ihr Portemonnaie überquillt, den Kram unter die Sitzbank stecken. Nicht fluchen.

Führerschein
Bis der neue EU-Führerschein kommt, der Einsteigern das Fahren mit 35-kW-Bikes ermöglichen wird, dauert es wohl noch längere Zeit. Denn der EU-Ministerrat hat sich bereits zum zweiten Mal im Jahr 2005 nicht auf eine gemeinsame Linie geeinigt. Dabei sind die Regelungen für Motorräder weniger umstritten als die Umtauschpflicht
in einen EU-einheitlichen Führerschein im Scheckkartenformat. Dagegen sträuben sich einige Länder wie Deutschland und Österreich massiv. Die EU-Präsidentschaft im nächsten halben Jahr übernimmt Österreich. Ob sich der Rat dann bis Mitte 2006 überhaupt mit der Fahrerlaubnis beschäftigt, ist offen. Diplomaten meinen: nein.

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