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Neue Motorrad-Assistenzsysteme der Firma Bosch ABS für die Kurve

Neue Motorrad-Assistenzsysteme der Firma Bosch. Mithilfe von neuen, spezifisch für Motorräder entwickelten Technologien will die Firma Bosch die Sicherheit der Zweiradfahrer weiter erhöhen, ohne den Fahrspaß zu minimieren.

ABS für die Kurve

Elektronische Assistenzsysteme befinden sich weiter auf dem Vormarsch. Mithilfe von neuen, spezifisch für Motorräder entwickelten Technologien will die Firma Bosch die Sicherheit der Zweiradfahrer weiter erhöhen, ohne den Fahrspaß zu minimieren.

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Foto: fact

Wurde zur Erfassung des aktuellen Fahrzustands von Motorrädern bisher ein Schräglagensensor aus dem SUV-Automobilbereich verwendet, gibt es nun einerseits eine um 60 Prozent leichtere Neuentwicklung. „Der Sensor erfasst mehr als 100-mal pro Sekunde eine Vielzahl physikalischer Werte“, berichtet Matthias Mörbe von der Bosch Engineering GmbH aus Abstatt. Dazu zählen im Wesentlichen die Längs-, Quer- und Vertikalbeschleunigung, jedoch auch die Gier- und Rollrate. Mit der Bereitstellung dieser Werte durch den nur 40 Gramm schweren Sensor können durch die von Bosch errechneten Algorithmen Assistenzsysteme wie beispielsweise die Wheelie-Begrenzung und die Hinterrad-Überschlagserkennung appliziert werden.

Besonders interessant ist aber andererseits die hierdurch ermöglichte Entwicklung einer umfassenden Stabilitätskontrolle, die als eine Art ESP für Motorräder verstanden werden darf. So beinhaltet diese nämlich unter anderem ein neuartiges Kurven-ABS, das die fahrzeugspezifisch festgelegte maximale Bremskraft im Abgleich mit den ermittelten Sensordaten dynamisch an Vorder- und Hinterrad verteilt. Wird beispielsweise in einer Kurve zu stark gebremst, erkennt das System die (als Werte hinterlegte) Überschreitung der physikalischen Grenzen und reduziert den maximalen Bremsdruck für das zum Blockieren oder Ausbrechen neigende Vorder- beziehungsweise Hinterrad.

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Noch 2013 soll das Gesamtsystem in Serienfertigung gehen

Um dennoch eine optimale Verzögerung zu gewährleisten, wird im Rahmen der im Algorithmus hinterlegten Parameter der Bremsdruck des jeweils anderen Rades erhöht. Dass all dies innerhalb von wenigen Millisekunden geschieht, heißt jedoch nicht, dass die Grenzen der Fahrzeugdynamik verschoben worden wären. Dennoch erhofft man sich durch die Stabilitätskontrolle eine Verringerung der Unfallzahlen. Denn durch die dynamische Bremskraftverteilung kann auch das Aufstellmoment beim Verzögern in Kurven reduziert werden, sodass das Risiko eines gefährlichen Verlassens der angepeilten Linie gesenkt wird.

Neben dem erweiterten Bremsassistenten wird der neue Schräglagensensor auch die Regelfunktion der Traktionskontrolle mit Daten versorgen, sodass das Bike beispielsweise bei sportlicher Fahrweise trotz unterschiedlich hoher Reibwerte des Asphalts stets an der Haftungsgrenze des Hinterrads bewegt beziehungsweise ganz generell ein plötzliches Ausbrechen desselben bei unerwarteten Reibwertsprüngen vermindert werden kann. Noch in diesem Jahr soll das Gesamtsystem in die Serienfertigung überführt werden. Das erste Motorrad, das mit dem neuen Schräglagensensor ausgerüstet sein wird, ist die noch im Frühjahr erscheinende KTM 1190 Adventure - allerdings ohne die Funktion des schräglagensensitiven ABS.

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