Acht Stunden von Suzuka (Archivversion) Big in Japan

Acht Stunden von Suzuka – ein Lauf zur Langstrecken-WM für die einen, ein ganz spezielles Rennen vor der Haustür der japanischen Hersteller für die anderen. Die anderen, das waren in der Vergangenheit nahezu alle Grand-Prix-Stars, die für den Auftritt auf der Insel von ihren Arbeitgebern an den Start beordert wurden.
Verständlich, dass sich in die Siegerliste dieses Rennens von Wayne Gardner, Scott Russell, Aaron Slight bis hin zu Valentino Rossi viele Größen des Grand-Prix-Zirkus und der Superbike-WM eintrugen.
Schade, dass in diesem Jahr durch die Termin-Überschneidung mit dem GP in Donington (siehe Seite 134) der internationale Rennadel den Kampf um den Sieg den Endurance-WM-Fixstartern und japanischen Lokalhelden überließ. Von Letzteren wurde der achtstündige Auftritt denn auch beherrscht. Als unanfechtbare Sieger kristallisierte sich bereits ab der allerersten Runde das Duo Tohru Ukawa/Hitoyasu Izutsu heraus. Die beiden GP-erfahrenen Kämpen dominierten das Rennen auf ihrer von Sponsor Seven Stars gemeldeten Honda und holten sich letztlich vor dem Duo Atsushi Watanabe und Yukio Kagayama auf Suzuki GSX-R 1000 mit einer
Runde Vorsprung den Sieg.
So dominant wie die japanischen Piloten insgesamt, so erdrückend gestaltete sich auch die Vorherrschaft der neuen Honda CBR 1000 RR Fireblade. Acht Teams der Top Ten traten auf dem Untersatz des weltgrößten Motorradherstellers an. Wobei der Triumph von Ukawa/Izutsu der Marke mit dem Flügel zu weiterführendem Ruhm gereichte. Mit dem insgesamt 19. Sieg von Honda verlängerten die beiden Japaner die bereits sieben Jahre dauernde ununterbrochene Siegesserie um ein weiteres Jahr. Und auch Ukawa selbst kratzt an einer neuen Bestmarke. Mit seinem persönlich vierten Sieg zog er mit dem bisherigen
Rekordhalter Wayne Gardner gleich, der das Acht-Stunden-Rennen zwischen 1985 und 1992 vier Mal gewonnen hatte.
Beste Ausländer und gleichzeitig das bestplatzierte in der WM eingeschriebene Team wurde GMT 94 mit Sebastian Gimbert, William Costes und David Checa, dem jüngeren Bruder von MotoGP-As Carlos, auf Position acht. Damit manövrierte sich das taktisch kluge gallisch-iberische Trio auf eine hervorragende Ausgangsposition in der WM-Wertung – auch wenn es
beim nächsten Lauf, den 24 Stunden von Oschersleben, die doppelten Punkte gibt.
Das wird den momentan Drittplatzierten in der WM-Gesamtwertung sicherlich ebenfalls zugute kommen. Das Team von Yamaha Austria lief im fernen Osten ungewohnterweise nicht unter den Besten ein, was aber an der zahlenmäßigen Übermacht der japanischen Konkurrenz lag. Mit Platz 13 konnten die Österreicher zwar nicht zufrieden sein, die Punkte als zweitbestes WM-Team strichen sie allerdings genüsslich ein und zeigten mit dem dritten Platz beim WM-Zwischenstand eine beachtliche Stärke. Dabei wäre der Auftritt von Igor Jerman fast geplatzt. Im Qualifikationstraining geriet dem Slowenen
ein Metallsplitter ins Auge, der entfernt
werden musste. Im Rennen hielt Jerman die Distanz jedoch tapfer durch.

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