ADAC-Rennsportförderungskonzept (Archivversion) Der Schatz des Pharaohs

Wie eine altägyptische Pyramide soll das neue Förderungskonzept des ADAC für jungen Rennfahrer wachsen, bis ganz oben in die Spitze der Weltmeisterschaft.

Die jahrelangen Diskussionen haben ein Ende. Es gibt jetzt endlich die »deutsche Nationalmannschaft« im Motorradrennsport: das ADAC Junior-Team. »Das Junior-Team ist zentraler Teil unseres neuen pryamidenartigen Förderkonzepts, das junge deutschen Rennfahrer an die Weltspitze heranführen soll«, so Dieter Porsch, der Motorradsportkoordinator des ADAC.Und diese Aufgabe im speziellen hat mit Stefan Kurfiss als Teamchef ein überaus erfahrener Mann übernommen. Die Partnerschaft zwischen dem ADAC und dem mehrfachen deutschen Meister ist langfristig angelegt. »Kurfiss war für das ADAC-Junior-Team unsere Wunschbesetzung«, so Porsch. Die hgalt ebenso für die von Kurfiss bereits vorselektierten Fahrer, handelte es sich doch mit Jarno Müller um den ADAC-Junior-Cup-Sieger 1998, und auch der 15jährige Marcel Schneider war ebenfalls einer der Schnellsten im Cup.Die beiden sorgten beim ersten Rennen zur deutschen Meisterschaft auf dem Flugplatz von Zweibrücken denn auch für eine gelungene Premiere. Hinter dem überlegenen Sieger Klaus Nöhles war Jarno Müller nach einem vor allem seine eigenen Nerven aufreibenden Fight um Rang zwei mit Aprilia-Docshop-Talent Dirk Reißmann, Jungstar Philipp Hafeneger und Routinier Maik Stief bester Meisterschaftsneuling und hat damit das Planziel klar erfüllt. »Jarno hat noch einige Anfängerfehler gemacht«, resümiert ein zufriedener Stefan Kurfiss, »aber das Ergebnis geht absolut in Ordnung.« Auch mit Rang elf von Marcel Schneider in seinem ersten DM-Rennen war der neue »Bundestrainer« einverstanden.ADAC-Mann Porsch blickt im übrigen auch über den gelb-schwarzen Tellerrand hinaus. »Andere Nachwuchsinitiativen wie das Docshop-Junior-Team mit den Fahrern Dirk Reißmann und Achim Kariger begrüßen wir natürlich sehr.« Hinter solchen Äußerungen steht die neue, gesamtheitliche Sichtweise der verschiedenen Ebenen der Nachwuchsförderung. An der Basis bei den Jugendlichen bis 14 Jahre gibt es noch recht unterschiedliche Standbeine, auch wenn Porsch betont, »daß wir künftig ein Schwergewicht auf den ADAC-Minibike-Cup legen wollen«. Dieser Cup aus DDR-Zeiten für 80-cm³-Maschinen in Mittelrad-Format wird mehr und mehr auch in den alten Bundesländern etabliert. Und ab der Saison 2000 wird das klassische Minibike mit dem veralteten, aber sehr teuren Simson-Motor durch ein KTM-befeuertes Bike ersetzt werden, das moderner und dennoch preisgünstiger sein soll. Der Gesamtsieger des Minibike-Cup erhält wie schon bisher eine Aprilia RSV 125 für den Junior-Cup der kommenden Saison.Und auch auf dieser Stufe wird der Meister belohnt. Der Junior-Cup-Sieger steigt auf jeden Fall mit ADAC-Finanzhilfe in die 125er DM auf. »Der Sieger muß nicht zwingend im ADAC-Junior-Team fahren«, klärt Porsch auf, »sollte er ein seriöses Angebot von einem anderen guten Team haben, setzen wir einen anderen Förderungswürdigen aus dem Cup-Spitzenfeld auf die Junior-Team-Maschine. Entscheidend ist, daß wir auch in der 125er DM-Spitze und der EM möglichst viele junge Fahrer etablieren können, aus denen dann der eine oder andere in den Grand Prix-Zirkus aufsteigt.« Auch diesen Schritt wird der ADAC finanziell unterstützen. Porsch: »Solche Fahrer werden wir in bereits existierenden Crews unterstützen, ähnlich wie in diesem Jahr Alexander Hofmann oder Reinhard Stolz.«Zur finanziellen Ausstattung des ADAC-Rennsport-Förderkonzepts hält sich Porsch bedeckt. Ein professionell arbeitendes Zwei-Fahrer-Team in der 125er DM und EM allerdings kalkuliert mit einem Budget von rund einer halben Million Mark. Wovon der ADAC bei seien Teams sicherlich den Löwenanteil trägt. Dazu kommt die Unterstützung der GP-Novizen, die Junior- und Minibike-Cups.Ganz neue Früchte der Förderpyramide konnten die Fans in Zweibrücken beim ADAC-Junior-Cup-Rennen bewundern. Unter den ersten Sechs im Ziel waren die vier Jüngsten des gesamten Felds, alles Minibike-Aufsteiger. Es gewann Jascha Buch (14 Jahre) vor Andreas Hahn (16) und Arne Tode (13).

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