Aktion: der Motorradfahrer des Jahres (Archivversion)

Expertentipp: Richtig Kurven fahren

Kurven - das Salz in der Suppe für Motorradfahrer. Mit etwas Gespür und ein paar hilfreichen Tricks wird’s noch mal so schön.

Den Fahrtwind um die Nase, das Brummen der Maschine im Ohr und ein weiter Rundumblick in sommerliche Landschaften - Motorradfahren als Genussmittel. Doch die Steigerung unbeschwerten Gleitens überkommt den zweirädrigen Mobilisten dann, wenn sich der Asphalt windet und krümmt, Ross und Reiter in scheinbar schwerelosem Flug um die Kurven segeln, das Grinsen unterm Helm breiter wird. Ob Chopper- Sportler- oder Tourenfahrer, alle rücken sich zurecht, sobald’s schräg wird. Auch wenn es den Anschein hat, dass zügiges Herumkurven ohne großes Zutun des Piloten funktioniert, gibt es ein paar Regeln und Kniffe, die den Tiefflug noch sicherer und eleganter machen.Die richtige Blickführung: Nur wer den Blick weit vorauseilen lässt, kann seine Fahrlinie optimal dem Straßenverlauf anpassen. Speziell in kurz aufeinander folgenden Kurven erlaubt die kluge Verkettung der Linie einen flüssigen, runden Fahrstil. Bereits beim Einlenken in die erste Kurven und der Bestimmung des Scheitelpunkts wird die Linie so gewählt, dass sich die weiteren Passagen in harmonischen Radien und Bögen bewältigen lassen. Bei der Wahl der Ideallinie muss immer möglicher Gegenverkehr oder sich zuziehende Kurvenradien berücksichtigt werden. So kann nur an Stellen, die sich komplett einsehen lassen, die gesamte rechte Fahrbahn genutzt werden. In unübersichtlichen Kurven muss man bei der Wahl von Fahrlinie und Geschwindigkeit ein Hindernis, etwa einen sperrigen Lkw, ins Kalkül ziehen.Die Schräglage: Der Neigungswinkel ist abhängig vom Kurvenradius und der Kurvengeschwindigkeit. Je schräger, desto größer das Kribbeln im Bauch, aber auch die Gefahr, dass die Reifenhaftung überfordert ist und das Motorrad seitlich weg rutscht. Große Schräglagen sollten nur in übersichtlichen Kurven mit gleichmäßigem Radius gefahren werden. Wer bereits am Anfang einer Kurve mit maximaler Schräglage eintaucht, hat nur wenig Spielraum, einen Fahrfehler oder plötzlich auftauchende Schwierigkeiten aufgrund verdreckter Fahrbahn oder Bodenwellen auszubalancieren. Um die Maschine bei flotter Kurvenfahrt zu stabilisieren, ist folgender Ablauf angeraten: 0 Abbremsen vor der Kurve auf eine Kurvengeschwindigkeit, die noch Reserven zulässt. Die Vorderradbremse kann bis zum ersten Viertel der Kurve in leichter Schräglage dezent eingesetzt werden. 0 Jetzt wird das Motorrad mit einem Lenkimpuls und leichtem Körpereinsatz in Richtung des geplanten Scheitelpunkts gelenkt. Der Scheitelpunkt ist die Stelle, an der das Motorrad den innersten Punkt der zur Verfügung stehenden Fahrbahn berührt. Dort sollte auch die größte Schräglage erreicht werden. 0 Spätestens ab dem Scheitelpunkt wird das Motorrad durch konstant leichten Zug mit dem Gasgriff stabilisiert und der Kurvenausgang unter vorsichtigem Beschleunigen unter die Räder genommen. Voraussetzung für einen harmonischen Kurventanz ist neben der flüssigen Linienwahl die passende Motordrehzahl. Häufig wird die Kurve mit einem zu niedrigen Gang und somit zu hoher Drehzahl angefahren. Weniger Drehzahl erlaubt ein weiches, ruckfreies und gut kontrollierbares Beschleunigen aus der Schräglage.Auch die Körperhaltung beim Kurventänzchen muss passen. In engen Kurven oder gar im alpinen Haarnadelgewürm hilft das aus dem Endurosport entlehnte »Drücken«, bei dem der Fahrer die Maschine zur Kurveninnenseite presst, während der Oberkörper fast senkrecht bleibt. Der Vorteil: Enge Kurven und Richtungswechsel gehen spielerisch von der Hand. Die Nachteile: Bei geringer Bodenfreiheit setzt die Maschine früher auf, und bei heftiger Beschleunigen fehlt es an Haftung. Bestens für flottes Landstraßensurfen geeignet ist der konventionelle Fahrstil, bei dem das kurveninnere Knie leicht abgespreizt ist, während der kurvenäußere Oberschenkel mit leichtem Druck über Tank und Seitendeckel die Maschine in Schräglage führt. Der Oberkörper ist leicht nach innen geneigt, die Ellbogen sind etwas nach oben angewinkelt. So postiert, lässt sich die Maschine souverän und sicher dirigieren.Nur bei reinrassigen Supersportlern mit extrem nach vorn geneigter Sitzhaltung passt »Hanging-off«, bei dem das Körpergewicht nach innen verlagert wird und das Knie weit abgespreizt zum Bodenkontakt via Knieschleifer bereit ist. Vorteiel: Es lassen sich hohe Kurvengeschwindigkeiten erreichen, beim Beschleunigen ist mehr Haftung am Hinterreifen vorhanden. Nachteile: Kurskorrekturen gestalten sich schwieriger, der Fahrer ragt in Linkskurven weiter auf die Gegenfahrbahn.
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Motorradfahrer des Jahres 2002: Info (Archivversion) - Wie stehr’s, wie geht’s?

Wer wird Motorradfahrer des Jahres 2002? Fragt MOTORRAD, fragt Aral, fragen sich rund 1000 Vorrundenteilnehmer samt Fans, Funk und Fernsehen. Wer beherrscht seine Maschine am besten, weiß technisch, in Soforthilfe und Verkehrssicherheit Bescheid? Wer gewinnt ein 16000-Euro-Bike?Am 30. Juni sind die 29 Vorrunden des Wettbewerbs über die Bühne, und die 125 Halbfinalisten stehen fest. Ein Schuberth-Helm ist denen schon mal sicher. Der Einzug ins Endspiel allerdings noch lange nicht. Dafür gilt es abermals ordentlich zu schuften, denn nur die 25 Besten aus den Zwischenrunden fahren am 1. September zum Showdown an den Nürburgring.Der ein oder andere Favorit ist freilich bereits ausgedeutet. Ibrahim Dolan beispielsweise: Mit 109 von 120 erreichbaren Punkten dominierte der 38-jährige Wiederholungstäter die Vorrunde in Boxberg, gefolgt von Matthäus Eckert (101 Punkte). Auf ähnlich hohem Niveau zirkelten die beiden Erstplatzierten des Bornheimer Stechens durch den Pylonenwald: 101 Punkte für Steffen Schmitz, 99 für Bernd Howald.Noch mehr Namen? Bitte schön: Unter www.motorradfahrer-des-jahres.de erfahren Sie alles über den aktuellen Stand des Wettbewerbs. Doch keine Bange, auch in MOTORRAD werden wir Sie auf dem Laufenden halten. In Heft 15/2002 gibt’s die komplette Halbfinal-Aufstellung.Zwischenrundentermine: 14. Juli, München. 20. Juli, Bassum/Bremen. 21. Juli, Rheinberg/Moers. 28. Juli, Boxberg/Heilbronn. 3. August, Berlin.

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