Alarmsignal (Archivversion)

Alarmsignal

Nürburgring-Rennen mangels Startern abgesagt

Auf wenig Resonanz bei den Fahrern stieß das für die 500er DM sowie mehrere Cup- und Pokalklassen ausgeschriebene Straßenrennen Ende April auf dem Nürburgring. Nur 113 Nennungen waren eingegangen, worauf der Veranstalter das Rennen aus wirtschaftlichen Gründen absagte. Um bei einer Streckenmiete von 20 000 Mark am Tag kostendeckend arbeiten zu können, wären mindestens doppelt so viele Starter notwendig gewesen.Am schwächsten war die Resonanz in den Klassen SoS-Viertakt, Naked Bike und im 250er Rundstreckenpokal. Nur jeweils maximal zehn Fahrer wollten in diesen Kategorien an den Start gehen. Bedenklich ist diese Situation gerade für den Rundstreckenpokal, der ursprünglich als erste Stufe für den Nachwuchs auf dem Weg in den Grand Prix-Sport gedacht war. Doch viele Fahrer tendieren jetzt offenbar zum neuen 250er/400er ADAC-Cup, wo nicht mit Rennmaschinen, sondern mit preisgünstigeren Serienmotorrädern gerannt wird. Im Sommer will der nationale Dachverband OMK über die Misere beraten.
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Nürburgring-Straßenrennen abgesagt (Archivversion) - «Neue Strukturen müssen her“

Die Absage der Veranstaltung am Nürburgring zeigt deutlich die Misere im Nachwuchsbereich.
Kein Mensch hat sich in der Vergangenheit dafür interessiert, wenn sich die B-Lizenz-Buben in peinlich kurzen Trainingsläufen abrackern mußten und ihr teures Material mangels Erfahrung verheizt haben. Wem die streßige Ein-Tages-Rennerei zu blöd wurde, entschwand zu lizenzfreien Spaßrennen, andere versuchten ihr Glück in diversen Cups, und der Rest sonnt sich am Wochenende lieber am Baggersee als im Fahrerlager.Eins ist sicher: Nur wer von der Pike auf lernt, mit echten Rennmaschinen umzugehen, kann mit Talent und Biß in die WM-Spitze vordringen. Deshalb muß schleunigst eine neue Struktur für den Straßensport her. Auf der einen Seite reine Hobby-Klassen, auf der anderen zwei oder drei Kategorien für ambitionierte Aufsteiger - mit professioneller Betreuung. Der ADAC-Junior-Cup, das einzige positive Signal für den Nachwuchs in den letzten Jahren, reicht dafür allein nicht aus.BildtextMOTORRAD-Redakteur Werner Koch

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