«Alle müssen (Archivversion) an einem

Rund um den Grand Prix von Deutschland feierte die Sportart Schlammcatchen fröhliche Urständ. MOTORRAD wird nicht rechten, wer aus welchem Grund persönliches Interesse oder Gruppenegoismus mit Geschäftssinn trotz anderer Ansage vors Gemeinwohl (»Wir müssen den Rennsport retten«) stellte. Im Namen aller Motorradfahrer fordern wir: Alle müssen wieder an einem Strang ziehen.
Schließlich ist es noch ein weiter Weg zurück zu altem Glanz und vollen Rängen. Dies ist allerdings kein deutsches Problem und keines des ADAC, der den GP 1997 rettete. Nur 28 000 Zuschauer am Renntag im Mugello, gar nur 18 000 in Imola, knapp über 15000 auf dem A1-Ring in Österreich - der Motorrad-Grand Prix hat kein Profil mehr. Die Minuszahlen für die nationalen Promoter werden noch größer, wenn am System nichts geändert wird.
Daß der Motorrad-Weltverband FIM auch die Fernsehrechte an die Vermarktungsagentur Dorna verhökerte, die wiederum Veranstalter abkassiert, um neben der FIM über die IRTA auch die Teams pro Veranstaltung mit 1,2 Millionen Mark zu bezahlen, ist ein Teufelskreis. Weil neben TV-Einnahmen auch Bandenwerbung und selbst das Programmheft als Einnahmequelle versiegte, erhöhten die Veranstalter die Eintrittspreise - logisch, aber, siehe oben, fatal. Nötig ist deshalb ein gemeinsames Nachsitzen zum Thema: Stimmt das Produkt GP überhaupt noch? Nur wenn die im nebenstehenden Artikel beschriebenen Ansätze umgesetzt werden und wieder Rennsport zum Anfassen geboten wird, kann´s klappen. MOTORRAD hilft dabei - siehe Vor-PR, Videowand, Rahmenprogramm oder Fahrer-Präsentation. Schließlich wäre eine Reduzierung auf die 500er Klasse, wie das offizielle Dorna-Logo schon suggeriert, der Totalcrash. Motorrad-Rennsport darf nicht zum Schumi-Theater der Formel I abdriften.

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