Alle wollen Katja (Archivversion) Der Kampf geht weiter

Nach Rennende am Sachsenring verkündete das Team Racing Factory die offizielle Trennung von Katja Poensgen. Es war das triste Ende einer einzigartigen Erfolgsstory, bei der die 24-Jährige und ihre Betreuer alle sportlichen Aufgaben mit Vollgas gemeistert hatten – von der Qualifikation bei sämtlichen Rennen bis hin zum Mugello-GP, bei dem Katja als erste Frau WM-Punkte in der 250er-Klasse holte. Um den späten GP-Einstieg vier Wochen vor Saisonbeginn aber überhaupt noch bewältigen zu können, waren wichtige Vereinbarungen mit Handschlag statt mit Unterschrift besiegelt worden. Doch längst nicht alle der für das 2,6-Millionen-Mark-Budget verplanten Gelder, vor allem wohl von Hauptsponsor Dark Dog, trafen ein, und je leerer die Teamkasse wurde, desto lauter wurden die Worte zwischen Teammanager Dieter Theis und Katjas Vater Bert Poensgen, im richtigen Leben Vertriebsleiter bei Suzuki Deutschland. Theis verwies, er habe Teile seines für Alex Hofmann reservierten Budgets in Katja investieren müssen. Poensgen konterte, das Engagement von Dark Dog und West seien ausschließlich auf die Medienwirksamkeit seiner attraktiven Tochter zurückzuführen. Bei rechtem Licht betrachtet fahre die gesamte Racing Factory auf Katjas Kosten. Als Theis drohte, Katja nicht mehr fahren zu lassen, kam es zum endgültigen Bruch. Bert Poensgen versucht nun, schon bis zum GP in Brünn am letzten Augustwochenende ein neues Team für seine Tochter zu finden. Er kann nicht weniger als sieben Teams mit Aprilia, Honda und Yamaha aufzählen, die sich nach dem Shootingstar Katja Poensgen die Finger lecken – wenn die Finanzierung stimmt.

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