Allrounder (Archivversion) Für alle Fälle gerüstet und auf jeden Fall eine gute Wahl: Allrounder

Dem Einsteiger-Image längst entwachsen, stürmen Allrounder mit starken Motoren und starker Optik nicht nur Zulassungsstatistiken.

Hier spielt das pralle Leben: Kaum ein Hersteller kommt um dieses Segment herum, fast alle schicken kleine und große Vertreter in die weite Motorradwelt. Und rüsten ihre Bikes für sämtliche Freuden und Widrigkeiten, die zwischen Schotterpass und Autobahn so unter die Räder kommen können. Besonders populär sind die Naked Bikes mit quirligen 600er-Motoren oder bullenstarken Triebwerken mit wenigstens einem Liter Hubraum.Den ultmativen Vorstoß in dieser Hinsicht wagt Honda mit der X-Eleven. Wassergekühlter Vierzylinder aus der Doppel-X, 140 PS und Durchzug wie vom anderen Stern, so geht dieser Katalysator-gereinigte Bolide gegen die Platzhirsche der anderen Japaner vor. Suzuki GSF 1200, Kawasaki ZRX 1100 und Yamaha XJR 1200 müssen sich warm anziehen, können allerdings zum Teil erhebliche Preisvorteile in die Waagschale werfen.Gehobene Touren-Ansprüche erfüllen nach wie vor die beiden weißblauen Vertreter R 850 R und R 1100 R, unerschütterliche Fahrmaschinen reinsten Wassers mit einer Zubehörliste, die man anderswo lange suchen kann. Ebenfalls in Richtung fahren pur zielt die japanische Mittelklasse à la Suzuki GSX 750 oder Kawasaki ZR-7, obgleich diese deutlich preisgünstigeren Vertreter konzeptionelle Nachteile in Sachen Gepäck-Unterbringung aufweisen. Einen Schuss sportlicher geht`s bei Honda Hornet und Yamaha Fazer zu, beide verdientermaßen in der Bestseller-Liste ganz oben, beide für nächstes Jahr segensreich überarbeitet. Einen Einstieg nach Maß schaffte der preisgünstige Suzuki-Alleskönner SV 650, vor allem wegen seines sehr homogenen und leistungswilligen V-Twins.Eine Randstellung nimmt die TDM 850 von Yamaha ein, balanciert gekonnt auf dem Grat zwischen Tourer und Enduro, findet vor allem unter Fernreisenden viele Freunde. Auf ein Publikum, das eher kurzfristige Gaudi sucht, zielen die italienischen Anbieter. Die Ducati Monster hat als erste Showtalent und Landstraßen-Fun vereint, jetzt folgen zwei Mitbewerber mit ganz ähnlichem Auftritt: Cagiva pflanzt in die martialische Raptor den V-Twin der Suzuki TL 1000, Laverda macht`s mit der zierlichen Lynx eine Nummer kleiner mit dem 650er-Suzuki-Motor. Guzzi dagegen hat wieder die eigenen Wurzeln entdeckt und versucht«s mit einem unverkleideten Sportler, der V11. An den Wurzeln der britischen Tradition labt sich dagegen Kawasaki, englischer als die W 650 könnte nicht einmal eine Triumph ausschauen. Der große Verkaufserfolg des gutmütigen und äußerst spaßigen 50-PS-Königswellen-Twins könnte auf einen Retro-Trend hindeuten.

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