Altöl in der Gabel (Archivversion)

Altert eigentlich Gabelöl, besonders im Ganz­jahreseinsatz? Merkt man das beim Fahren? Wie sieht’s aus mit den Ventilen in der Gabel: Altern die vielleicht, so dass sich das Fahrwerk auf welliger Piste gar nicht beruhigen will?
Werner Koch, Testredakteur MOTORRAD, www.motorradonline.de
Gabelöl altert vor allem durch die Reibung zwischen Tauch- und Standrohren, bei der ein gewisser Abrieb entsteht, der sich am Boden ablagert. Dort aber sitzt das Druckstufenventil, das von dem oft dickflüssigen Abriebschlamm regelrecht zugesetzt wird. Als Folge spricht die Gabel deutlich schlechter an, die Dämpfung. arbeitet sehr unkomfortabel. Deshalb sollte das Öl je nach Ein­satz-­zweck regelmäßig gewechselt werden. Im normalen Fahrbetrieb ist das Gabelöl weniger gefordert und muss erst nach 20000 Kilo-meter ausgetauscht werden. Speziell bei Enduros oder Motorrädern, die häufig auf Schlechtwegstrecken unterwegs sind, sollten die Wechselintervalle kürzer ausfallen. Denn dort tritt ein verstärkter Abrieb auf, der zumindest beim ersten Wechsel des Öls durch Zerlegen der Gabel vollständig zu entfernen ist.
Zu empfehlen sind die Öle von Gabelherstellern, die zwar deutlich teurer sind als Discounterware, in ihren Eigenschaften aber speziell entwickelt wurden, um optimal zu dämpfen, wenig aufzuschäumen und unter hoher Last gut zu schmieren, was das Ansprechver­halten verbessert. Wichtig: die richtige Füllhöhe, die sich nicht nach der Füllmenge, sondern dem Ölstand richtet, wodurch das Luftpolster als progressive Zusatzfeder genutzt wird.

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