Aprilia-Chef Ivano Beggio, 53, über seine Rennsportpläne (Archivversion) «Wir wollen in allen Klassen nach vorn”

Aprilia startet 1998 in der 125er Weltmeisterschaft mit zehn Fahrern, bei den 250ern bekommen neben Tetsuya Harada, Valentino Rossi und Loris Capirossi auch Jürgen Fuchs und Sebastian Porto echte Werksmaschinen. Gibt das nicht zu viel Konkurrenz im eigenen Haus?Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich bin sicher, daß die Saison 1998 für Aprilia sehr kurzweilig wird. Damit es gerade in der 250er Klasse keinen Ärger gibt, haben unsere Werksfahrer völlig getrennte Teams, auch wenn alle das gleiche Material bekommen.Haben Sie das 500er V2-Projekt aufgegeben?Der Zweizylinder ist im Moment offenbar nicht konkurrenzfähig, und das Publikum erwartet von Aprilia inzwischen Siege oder zumindest Podestränge. Wir können es uns nicht mehr erlauben, nur irgendwo im Hinterfeld mitzufahren. Daher starten wir 1998 nicht in der 500er Weltmeisterschaft, sondern entwickeln mit Hochdruck einen eigenen Vierzylinder. Wenn der soweit ist, werden wir bereits im Lauf der Saison das eine oder andere Rennen mit Wild Card bestreiten.Das gleiche hatten Sie mit der neuen RSV 1000, die im September vorgestellt wurde, in der Superbike-WM vor. Was wird daraus?Da es in der Superbike-WM keine Wild Cards gibt, starten wir definitiv erst 1999. Aber dann wollen wir in allen Rennklassen mitmischen, von der 125er bis zur Superbike-WM, und zwar möglichst weit vorn.Luca Cadalora soll für diese beiden Projekte engagiert werden?Cadalora ist sicherlich ein Spitzenfahrer, aber es ist zu früh, jetzt schon über den Fahrer zu reden.Was läßt sich Aprilia das Rennsport-Engagement kosten?Immer mehr. 1997 waren es 42 Millionen Mark, dieses Jahr sind es über 50. Allein in der Rennsport-Entwicklungsabteilung arbeiten über 80 Leute, dazu kommen noch die drei 250er Werks-Teams mit je acht Technikern und die umfangreiche Grand Prix-Logistik. Wir werden unsere Rennabteilung noch ausbauen und zum Teil nach San Marino verlegen. Immerhin sorgen die Sponsorgelder dafür, daß unsere Wunden nicht zu groß werden. Wir haben das Glück, daß unsere beiden Hauptsponsoren nicht aus der Tabakbranche kommen, wo die Budgets drastisch gekürzt wurden.

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