Aprilia-Import (Archivversion) «Wir werden kräftig investieren”

Aprilia-Exportmanager Massimiliano Mucchietto, 32, über den Import nach Deutschland

Im Herbst wird Aprilia die neue Tausender vorstellen, von der bislang nur bekannt ist, daß es eine unverkleidete Tourenversion sein wird. Als Antrieb dient der von Rotax konstruierte V2-Motor mit Einspritzung. Ob sie das Design der Shiver bekommt oder das Philippe Stark-Kleid à la 6.5 trägt oder ganz anders aussehen wird, ist derzeit noch geheim.Der alte Geschäftsführer ist weg, der neue noch nicht in Sicht. Wie geht es weiter beim deutschen Aprilia-Importeur?Wir haben den Nachfolger bereits ausgewählt, er wird in ein paar Monaten anfangen. Bis dahin kümmere ich mich um den Aprilia-Import und -Vertrieb in Deutschland und pendele zwischen unserem Firmensitz in Noale bei Venedig und Bielefeld hin und her.Wie heißt die Firma, die Aprilia-Roller und -Motorräder nach Deutschland importiert, inzwischen denn überhaupt?Weiterhin A+G, auch wenn Guzzi, für die das G stand, nicht mehr dabei ist, sondern einen eigenen Importeur hat. Seit 2. Januar gehört A+G zu 100 Prozent Aprilia. Wahrscheinlich werden wir den Namen ändern, aber das kommt erst später, denn das ist unser geringstes Problem.Was ist denn ein größeres Problem von A+G?Wir müssen unser Händlernetz in Deutschland rasch ausbauen und so unseren Service verbessern. Wir haben im Moment rund 250 Händler in Deutschland; Honda etwa hat doppelt so viele. Klar, daß wir derzeit nicht überall präsent sind. Das wollen wir aber sein, gerade, wenn wir mit unseren 1000-cm³-Zweizylinder auf den Markt kommen. Wir werden dann als einziger europäischer Hersteller eine Palette von 50 bis 1000 cm³ anbieten – und der einzige Hersteller überhaupt sein, für den Roller und Motorräder die gleiche Priorität haben. Welchen Stellenwert hat der deutsche Markt für Aprilia?Einen sehr hohen. Im Moment steht er vom Umsatz her noch an zweiter Stelle hinter Italien, aber wir glauben, daß sich das sehr schnell ändern kann, eben gerade dann, wenn wir auch mehr große Motorräder im Programm haben. Und gerade deshalb werden wir in den Deutschland-Import und -Vertrieb kräftig investieren, und zwar sowohl Zeit wie auch Geld.Es gibt Befürchtungen, daß Aprilia sein Händlernetz komplett umstricken will, nach dem Motto: Roller-Händler raus, Motorrad-Händler rein. Was ist da dran?Absolut nichts. Wir brauchen mehr Händler, nicht andere. Wir möchten, daß unsere jetzigen Händler mit uns wachsen. Viele haben überhaupt erst mit Aprilia als Händler angefangen; wir wären ja dumm, sie zu vergraulen. Klar, wenn wir unsere Modellpalette erweitern, müssen auch die Händler ausbauen und umdenken. Aber das ist ja machbar.

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