(Archivversion) „Bikes als Lösung präsentieren“

Die FEMA (Federation of European Motorcyclists‘ Associations) vertritt die Motorrad-fahrer in Europa. Seit Februar ist Gerard Livett aus Großbritannien ihr neuer Präsident.

? Welche Aufgaben hat der FEMA-Präsident?

! Laut Verfassung leitet der FEMA-Präsident die Ausschuss- und Vorstandssitzungen. Daneben sehe ich meine Aufgabe auch als Verbindungsorgan zwischen den Delegierten und dem FEMA-Sekretariat. Zweimal in der Woche setze ich mich dazu mit dem Generalsekretär und den Mitarbeitern zusammen, um Projekte und anstehende Arbeiten zu be-sprechen. Außerdem verhandelt der Präsident mit möglichen neuen Mitgliedern und vertritt den Verband nach außen.

? Was werden Sie während Ihrer Amtszeit ändern?

! Wir müssen uns stärker darauf konzentrieren, was für unsere Mit-glieder wichtig ist. Deshalb habe ich die nationalen Verbände gebeten, mir jeweils eine Liste mit ihren drei wichtigsten Anliegen zu schicken. Die FEMA genießt den Ruf, mehr Einfluss auszuüben, als man es von ihrer Größe her erwarten würde. Darauf möchte ich aufbauen. Ein anderer Aspekt ist Kommunikation – nach außen und mit den Mitgliedern. Ich will versuchen, alle Betreffenden auf dem Laufenden zu halten.

? Welches Thema genießt Ihre höchste Priorität?

! Das sind drei Themen. Erstens: den Menschen klar machen, dass Motorräder helfen Staus, Emissionen und Platzprobleme zu reduzieren, und die Industrie davon überzeugen, sparsame Motorräder zu bauen. Zweitens: zusätzliche Belastungen von Motorradfahrern fernhalten. In Ländern, in denen es keine TÜV-Inspektionen gibt, sollte das so bleiben. Jeder Motorradfahrer weiß, wie wichtig Bremsen und Reifen sind. Die Instandhaltung ist also selbstverständlich. Wieso den Motorradfahrern diese Bürde aufhalsen? Das dritte Anliegen bezieht sich auf externe Fahrzeug-Kontrollsysteme. Wir wollen sicherstellen, dass auch in Zukunft unsere Hände Gas geben und bremsen.

? Wie setzen Sie die Themen durch?

! Indem wir die richtigen Argumente liefern. Wir müssen Motorräder als Lösung, nicht als Problem präsentieren und die Sprache der Politiker sprechen. Dabei dürfen wir nie vergessen, dass wir Biker sind, sonst werden wir eine Lobbygruppe wie andere auch.

? Warum ist die Arbeit so schwierig?

! Das größte Hindernis ist die Sicherheitslobby, die größtenteils die Verkehrspolitik besetzt. Statistiken helfen uns nicht, was wir brauchen, sind effektive Strategien. Ein Beispiel ist die Plakatkampagne in Großbritannien, die Motorradfahrer ständig an die Risiken erinnert. So etwas sollte es europaweit geben. Darüber hinaus müssen wir zur Teilnahme an Sicherheitstrainings ermutigen und die Wahrnehmbarkeit von Fußgängern und Motorradfahrern erhöhen.

Foto: Livett

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