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Während die Autofahrer über einen undurchdringlichen Versicherungsdschungel klagen, bleibt bei den Bikern wohl alles beim alten. Der einfache Grund: Typentarife bei der Haftpflicht, Sonderbonusse und Rabattierungen bei der Kasko lohnen sich für Motorradfahrer nicht. Den über 40 Millionen Pkw stehen nur etwa 1,8 Millionen Bikes gegenüber. »Deshalb sind Motorräder nicht im allervordersten Versichererinteresse«, erklärt Peter Gauly vom Verband der Deutschen Schadenversicherer. Der bürokratische Aufwand wäre einfach zu groß, um noch viele Untergruppen zu bilden. »Und die Konkurrenzvorteile sind fraglich.«Vielleicht senken die Assekuranzen sogar die Beiträge. Denn dafür gäbe es gute Gründe: »Die Motorradfahrer haben sich in der letzten Dekade ordentlich benommen. Daran gibt’s nichts zu kratzen«, sagt Peter Gauly. Letztes Jahr verursachten nur 27 von 1000 Motorradfahrern einen Unfall, vor zehn Jahren waren es noch 67.Auch bei den Diebstählen sieht es für Motorradfahrer gut aus. 1994 wurden 7953 Motorräder bei Versicherungen als gestohlen gemeldet, 1992 waren’s noch 8291. »Im Bezug zum Bestand ist das eine deutliche Verbesserung«, erklärt Gauly. Schließlich waren 1992 lediglich 520 000 Jahreseinheiten (ein Motorrad, das ein Jahr versichert ist, ist eine Jahreseinheit) kaskoversichert, 1994 immerhin schon 712 000.

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