(Archivversion) Standpunkt

Gert Thöle,
Testredakteur,
zum Thema
Greifen und
Begreifen

Wenn es um Power geht oder um Design, dann
haben moderne Motorräder mittlerweile ein tolles Niveau erreicht. Trotzdem finden sich aber immer wie-
der Punkte, die alles andere als optimal gelöst sind. Speziell bei Kleinigkeiten. Nehmen wir die Lenkerarmaturen. Kupplung und Bremse, entscheidende Nahtstellen zwischen Mensch und Maschine. Hübsch geschwungene Handhebel sehen auf den ersten Blick ergonomisch durchdacht aus, zumal sie oft sogar einstellbar sind. Aber was nützt das, wenn diese Armaturen planlos ans Motorrad geschraubt werden?
Wie zum Beispiel bei der BMW F 800 S. An der
MOTORRAD-Dauertestmaschine ist das Lenkergewicht rechts von den Handschuhen bereits blank gescheuert. Einfach deswegen, weil man mit der Hand nach außen rutschen muss, um den Bremshebel an einer halbwegs vernünftigen Stelle zu erwischen. Wer einfach nur die Finger streckt, landet im Knick ganz nah am Drehpunkt. Völlig uneffektiv. Übrigens gibt es keinen Ausweg, die
Armaturen der F 800 S lassen sich mangels Platz nicht nach innen schieben.
Solche Unzulänglichkeiten findet man allerdings nicht nur an der BMW. Bei anderen Modellen sind die Arma-
turen manchmal sogar fixiert, so dass man sie weder
verschieben, noch verdrehen kann. Richtig ungemütlich wird es, wenn obendrein die Griffgummis so schmal geraten sind, dass sich der Wulst außen in die Handballen eingräbt. Es gibt also noch viel zu tun...

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