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Der 2000er Jahrgang steht - Zeit für die Wahl Motorrad des Jahres. Welches Bikes küren die MOTORRAD-Leser zu ihren Favoriten?

Die große Spannung ist vorbei, endlich wissen wir alle, welche Bikes im nächsten Frühjahr die Showrooms der Händler zieren werden. Suzuki GSX-R 750, Kawasaki ZX-12R, Honda VTR 1000 SP-1 und CBR 900 RR, Aprilia SL 1000 Falco, MV Agusta F4 S oder Triumph TT 600: Eine wahre Flut neuer Modelle macht schon jetzt klar, dass die Supersportler ganz vorn, in der ersten Reihe, glänzen dürfen. Auch die Enduros, vor allem jene der härteren Sorte, kommen richtig gut in Schwung, und bei den Allroundern steigen besonders die italienischen Hersteller mit rassigen Neuheiten groß ein. Bis auf wenige Nachzügler ist das Angebot also komplett. Und jetzt gilt’s wieder. Wünsch dir was, das große Spiel rund um die beliebtesten Bikes der MOTORRAD-Leser. Hier werden keine Kaufverträge gezeichnet, sondern Träume benannt, sind reine Emotionen als Entscheidungskriterium ebenso zugelassen wie die Vernunft. Damit es spannend bleibt, hat MOTORRAD alle aufgelistet, die total neuen, die total überarbeiteten Bikes und die total beliebten Evergreens. Schlägt 140 Modelle vor für die Wahl Motorrad des Jahres. Machen Sie mit, liebe Leserinnen und Leser, zeigen auch Sie mit Ihrer Stimmkarte, wohin der Hase im nächsten Jahr läuft, ob die Neulinge in der Gunst der MOTORRAD-Leser eine Chance haben.Und so wird’s gemacht: Wie gehabt treten insgesamt 140 von MOTORRAD vorgeschlagene Bikes in sieben Kategorien an. Diese werden je nach Marktbedeutung mit 12, 20 oder 28 Kandidaten bestückt. Aufgrund vieler Zuschriften gehen ab diesem Mal die Tourer und Sporttourer gemeinsam an den Start, letztes Jahr waren letztere noch unter Sportlern aufgeführt. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Pro Kategorie kann auf der beigehefteten Stimmkarte ein Favorit genannt werden. Einfach in das entsprechende Feld die neben der jeweiligen Abbildung angegebene dreistellige Codenummer eintragen. Die aufgeführten Motorräder dürfen nur innerhalb ihrer Kategorie genannt werden. Also auf keinen Fall einen Roller bei den Sportlern nennen.Die komplett ausgefüllte Karte mit vollständiger Absenderangabe abschicken, schon ist die Teilnahme gesichert. In der Ausgabe 26/1999 von MOTORRAD wird der Aufruf wiederholt. Mitarbeiter der Motor-Presse und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist der 12. Januar 2000.Mitmachen lohnt sich natürlich, denn heuer winkt mit der MV Agusta F4 S ein absolutes Traum-Motorrad als Hauptpreis, assistiert von einem Klasse-Allrounder, der Triumph Speed Triple, und einer brandneuen Enduro, der Suzuki DR-Z. Wenn das kein Anreiz ist. Ende März, wenn MOTORRAD die Sieger feiert, werden auch die Preise übergeben – pünktlich zum Saisonstart.
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Tourer und Sporttourer (Archivversion) - Für die hohe Kunst des Reisens: Tourer und Sporttourer

Souveräne Fahrgeräte, anspruchsvoll und solide. Die Tourer mit viel Komfort, die Sporttourer mit einem Extra-Schuss Dynamik.
Es gibt Maschinen, die sind zielgenau für den kurzen Kick gebaut. Und solche, auf denen der Spaß nie aufhören darf. Morgens Autobahn, mittags Alpenüberquerung, abends winzige Straßen im Piemont - die Reiselustigen unter den Bikes kennen kein Zuviel. Weltmeister in Ergonomie, Gelassenheit und Ausdauer.Auf vielfachen Wunsch hat MOTORRAD dieses Jahr Tourer und Sporttourer zusammengefasst, weil beide - nur mit unterschiedlichem Tempo - denselben Zielen folgen. Schließlich wurde Suzukis Hayabusa nicht wirklich dafür gebaut, mit 300 km/h Rennpisten zu stürmen, sondern um mit nie gekannter Leistungsfülle völlig relaxt auf alle Situationen des normalen Straßenverkehrs reagieren zu können. Die Top-Geräte von BMW oder Honda, die K 1200 RS und die CBR 1100 XX, zählen ebenfalls zu dieser Gattung, Kawasaki versucht mit der neuen ZX-12R, einen Teil vom Kuchen abzuschneiden. Gegen diese Kraft und Herrlichkeit setzen klassische Tourensportler wie Hondas VFR oder die sensationell eingeschlagene Triumph Sprint ST auf etwas mehr Leichtigkeit.Komfort heißt wiederum der Trumpf der klassischen Tourer. Egal, ob sie von BMW, dem Stammhaus für gediegenes Reisen, oder Honda, dem Erfinder noblen Sechszylinder-Tourens, oder Harley stammen: Platz in Hülle und Fülle sorgt für Wohlbefinden, hoch gezogene Verkleidungen bürgen für stressfreie Anreise, und voluminöse Gepäcksysteme bieten beste logistische Voraussetzungen. Wer preisbewusst kaufen - oder wählen - möchte, sei auf Angebote wie Hondas pfiffige Deauville oder Yamahas unverwüstliche XJ 900 verwiesen.

Sportler (Archivversion) - Nicht schiere Leistung, sondern Leichtbau zeichnet Sportler aus

Keine Ruhepause für die Techno-Stars: Immer tiefer purzelt das Leistungsgewicht, immer weiter steigt die Literleistung.
Ungemindert hält der Run auf sportliche Motorräder an. Hier spielt in den Entwicklungsabteilungen der meisten Hersteller die Musik, und auf den Herbstmessen in Mailand und Paris präsentierten sie eine Vielzahl leckerer Straßenfeger.Äußerst löblich, dass Suzuki den Klassiker GSX-R 750 in eine neue Runde schickt. Das weltweit erste straßentaugliche Superbike kommt leichter als je zuvor in seiner 15jährigen Geschichte - und stärker. Demselben Trend verpflichten sich Kawasakis ZX-6R und ZX-9R sowie Hondas CBR 900 RR, letztere ebenfalls schon ganz oben auf der ewigen Bestenliste. Sie soll sich nach Gewichts- und Leistungskur mit Yamahas Powerbike R1 messen können, auf jeden Fall erhebt sich die CBR dank geregeltem Kat über die allermeisten Sportler. Super-löblich.Deutlich schwerer, aber mit sichtbar guten Anlagen kommt Hondas neue Basis für die Superbike-Rennerei daher. Die VTR 1000 RR mit zahnradgetriebenen Nockenwellen und Einspritzung soll der Ducati 996 von King Carl Fogarty Beine machen und darf sich getrost als aktuelle Krönung der Sporttwin-Welle bezeichnen. Im normalen Straßenleben bekommt sie es obendrein mit Aprilias RSV mille zu tun, immerhin dem letztjährigen Sportler des Jahres.Womit bereits angedeutet wäre, dass auch die Europäer in diesem Segment für gehörigen Schwung sorgen. Der schnellste je gebaute Bayern-Boxer, die R 1100 S, die Traumbikes aus Norditalien, etwa die MV Agusta F4 und Guzzis Fitnessgerät 1100 Sport, oder der Drilling von der Insel, die Triumph Daytona, ganz egal: Die individuellsten Variationen zum Thema Sport kommen vom alten Kontinent.

Chopper und Cruiser (Archivversion) - Wenn das Feeling stimmt, dann stimmt bei Choppern und Cruisern alles

Wer seinen Raumgleiter besteigt, sagt dem Stress Lebewohl, genießt Raum und Zeit, summt mit zum beruhigenden Viertakt-Sound.
Die Cruiser sind im vergangenen, wahrhaft nicht einwandfreien Sommer in eine kleine Verkaufsflaute gesegelt. Aber ganz sicher wird diese urtümliche Art der Fortbewegung weiter treue Freunde behalten. Das Angebot an chromblitzenden Attraktivitäten spricht jedenfalls dafür.Ganz besonders aufgeputzt haben sich die neuen Harley. Schon länger Muster an gediegener Lack- und Chromqualität, schmücken sich die neueren Vertreter nun auch mit echt starken Triebwerken, die selbst unter verschärften Lärm- und Abgasbestimmungen mit bäriger Kraft aus dem Drehzahlkeller dienen. Nicht minder stark trumpfen die beiden Japan-Cruiser Yamaha Wild Star und Kawasaki VN 1500 auf, letztere jetzt wie die extravagante 1500er-Drifter mit Einspritzung und Sekundärluft-System. Der Kat-Cruiser von BMW, die R 1200 C, konnte sich mit eigenständiger Form und hervorragendem Finish weltweit gut in Szene setzen, desgleichen Hondas Power-Cruiser F 6 C mit dem brillanten Sechszylinder aus der Gold Wing. Die Alternative aus Italien, Guzzis California Jackal, glänzt ebenso mit sehr individuellem Auftritt, Triumph steuert die fahraktive Adventurer bei.Für preisbewusste Entdecker der Langsamkeit hat vor allem Yamaha einiges zu bieten, und deshalb liegen die 1100 Drag Star sowie die erstaunlich erwachsene kleine Schwester mit 650 cm³ hierzulande in der Cruiser-Bestenliste ganz weit vorn. Wer es schlanker, aber dennoch gemütlich mag, findet bei Suzuki immer noch die gute alte VS 1400 und beim Easy Rider-Testamentsvollstrecker Harley die frisch eingeführte Softail Deuce.

Enduros (Archivversion) - Die Stollenträger greifen an, allerorten werden tolle neue Enduros gebaut

Die großen Reise-Enduros kommen wieder, aber auch in der Sportecke machen große wie kleine Hersteller mit rasanten Einzylindern mobil.
Wer hätte vor drei, vier Jahren noch gedacht, dass die großen Reise-Enduros mal eine derartige Renaissance erleben würden. Technologisch nurmehr von BMW zeitgemäß versorgt, rieb sich alle Welt die Augen, als letztes Jahr die ultra-komfortable Honda Varadero und die völlig überarbeitete, mit geregeltem Kat ausgerüstete Triumph Tiger antraten. In Mailand legte Cagiva mit der Navigator, angetrieben vom Suzuki TL 1000-Kraftpaket, noch einen nach. Und BMW hat schon im Spätsommer die beinahe perfekt renovierte GS vorgestellt, jetzt mit drehmoment-optimiertem 1150er-Boxer, Overdrive und mehr Komfort.Während die zivilen Einzylinder-Enduros etwas stagnieren, die neue BMW F 650 kommt erst nächstes Jahr, nur Suzuki unterzog die Freewind einem milden Facelift, entwickeln die Pisten-Singles richtig Dynamik. Suzuki präsentierte mit der DR-Z einen höchst sportiven Nachfolger der DR 350, der in den USA bereits volle Wettbewerbsfähigkeit bewiesen hat. KTM verkauft jetzt endlich die neuen und begeisternden 520er- beziehungsweise 400er-Modelle, auf die alle Stollen-Freaks schon das ganze Jahr gewartet haben. Es heißt, die Österreicher hätten bereits Lieferprobleme. Husaberg und Husqvarna gehen ebenfalls mit frischem Material in die neue Saison und Yamaha immerhin mit gründlich renoviertem. Gutes Handling und leichte Beherrschbarkeit der Motorleistung steht bei allen Hard-Enduros vor schierer Kraft. In diese Richtung soll auch Hondas XR 650 marschieren, wenngleich sie in ihrem Alu-Rahmen immerhin einen wassergekühlten Vierventiler mit satten 61 trägt.

Allrounder (Archivversion) - Für alle Fälle gerüstet und auf jeden Fall eine gute Wahl: Allrounder

Dem Einsteiger-Image längst entwachsen, stürmen Allrounder mit starken Motoren und starker Optik nicht nur Zulassungsstatistiken.
Hier spielt das pralle Leben: Kaum ein Hersteller kommt um dieses Segment herum, fast alle schicken kleine und große Vertreter in die weite Motorradwelt. Und rüsten ihre Bikes für sämtliche Freuden und Widrigkeiten, die zwischen Schotterpass und Autobahn so unter die Räder kommen können. Besonders populär sind die Naked Bikes mit quirligen 600er-Motoren oder bullenstarken Triebwerken mit wenigstens einem Liter Hubraum.Den ultmativen Vorstoß in dieser Hinsicht wagt Honda mit der X-Eleven. Wassergekühlter Vierzylinder aus der Doppel-X, 140 PS und Durchzug wie vom anderen Stern, so geht dieser Katalysator-gereinigte Bolide gegen die Platzhirsche der anderen Japaner vor. Suzuki GSF 1200, Kawasaki ZRX 1100 und Yamaha XJR 1200 müssen sich warm anziehen, können allerdings zum Teil erhebliche Preisvorteile in die Waagschale werfen.Gehobene Touren-Ansprüche erfüllen nach wie vor die beiden weißblauen Vertreter R 850 R und R 1100 R, unerschütterliche Fahrmaschinen reinsten Wassers mit einer Zubehörliste, die man anderswo lange suchen kann. Ebenfalls in Richtung fahren pur zielt die japanische Mittelklasse à la Suzuki GSX 750 oder Kawasaki ZR-7, obgleich diese deutlich preisgünstigeren Vertreter konzeptionelle Nachteile in Sachen Gepäck-Unterbringung aufweisen. Einen Schuss sportlicher geht`s bei Honda Hornet und Yamaha Fazer zu, beide verdientermaßen in der Bestseller-Liste ganz oben, beide für nächstes Jahr segensreich überarbeitet. Einen Einstieg nach Maß schaffte der preisgünstige Suzuki-Alleskönner SV 650, vor allem wegen seines sehr homogenen und leistungswilligen V-Twins.Eine Randstellung nimmt die TDM 850 von Yamaha ein, balanciert gekonnt auf dem Grat zwischen Tourer und Enduro, findet vor allem unter Fernreisenden viele Freunde. Auf ein Publikum, das eher kurzfristige Gaudi sucht, zielen die italienischen Anbieter. Die Ducati Monster hat als erste Showtalent und Landstraßen-Fun vereint, jetzt folgen zwei Mitbewerber mit ganz ähnlichem Auftritt: Cagiva pflanzt in die martialische Raptor den V-Twin der Suzuki TL 1000, Laverda macht`s mit der zierlichen Lynx eine Nummer kleiner mit dem 650er-Suzuki-Motor. Guzzi dagegen hat wieder die eigenen Wurzeln entdeckt und versucht«s mit einem unverkleideten Sportler, der V11. An den Wurzeln der britischen Tradition labt sich dagegen Kawasaki, englischer als die W 650 könnte nicht einmal eine Triumph ausschauen. Der große Verkaufserfolg des gutmütigen und äußerst spaßigen 50-PS-Königswellen-Twins könnte auf einen Retro-Trend hindeuten.

125er (Archivversion) - Enduro, Cruiser oder Sportler: Die 125er bieten jedem alles

Die Hersteller wenden sich wieder verstärkt den jungen Einsteigern zu.
Eine Zeitlang kümmerten sich viele 125er vor allem um ältere Umsteiger, die mit ihrem Klasse III-Führerschein auch Achtelliter-Motorräder fahren dürfen. Doch jetzt wendet sich das Blatt: Im insgesamt leicht sinkenden 125er-Markt spielen wieder die jungen Käufer die erste Geige. Und denen macht man am besten mit engagierten Motorrädern Geschmack. Vorneweg Enduros und Sportler: Egal, ob Cagiva Mito, Aprilia RS oder Honda NSR, sie alle haben einen Hauch von Grand Prix, alle verfügen über prima Fahrwerke und rennen offen richtig schnell. Ebenso sportiv die Enduros vom Schlage einer Sachs ZX oder Yamaha DT 125. Honda Shadow, Suzuki Intruder oder Yamaha Drag Star machen dagegen voll auf Easy Rider, die KTM Sting dafür auf Super Moto.

Roller (Archivversion) - Es rollert unaufhaltsam, vor allem komfortable Dickschiffe liegen im Trend

Letztes Jahr noch zaghaft, jetzt mit aller Macht: Dicke Roller kommen. Doch auch die Fuffies sind bei den Kids wieder in.
Auf den Spuren des mittlerweile eingestellten Honda Helix haben alle erkannt, wie viel Komfort sich zwischen zwei kleinen Rollerrädern realisieren lässt. Yamaha Majesty, Honda Pantheon oder Piaggio Hexagon gehen wie geschnitten Brot. Was noch alles gehen könnte, bewies ausgerechnet Suzuki, sonst wahrlich keine Roller-Größe: Man stellte neben den bereits erfolgreichen Burgman 250 einen richtig starken 400er, und siehe da - der verkaufte sich noch viel besser.Da werden sicher die Nachfolger nicht mehr lange auf sich warten lassen, auch wenn derzeit nur Yamaha zugibt, an einem Power-Roller zu arbeiten. Etwas ruhiger geht es derzeit bei den 125ern zu, was freilich kein Grund zur Traurigkeit sein muss: Zwischen Sport- und Retrorollern gibt«s alles, was das Herz begehrt, und das Rollerherz schlägt lobenswerterweise fast immer im Viertakt. Einzig Gilera hat mit dem Runner mit 50, 125 oder 180 cm³ eine echte Zweitaktrakete im Angebot, die auch beim Verkauf ganz weit vorn liegt. Ebenfalls mit einem 125er startet BMW. Aber der überdachte und unter höchsten Sicherheitsstandards entwickelte C1 definiert das Thema Roller vollkommen neu. Neu vor allem, dass der Fahrer – angeschnallt im Schalensitz – keinen Sturzhelm tragen muss.Die Roller-Weltmacht Italien bringt ein hübsches Design-Stück nach dem anderen hervor, Aprilia Scarabeo 125, Benelli Velvet oder Malaguti Madison mögen als Beweis gelten. Doch das Beispiel macht klassenübergreifend Schule, oder wollte etwa jemand behaupten, Suzukis Estilette sei kein Schmuckstück geworden?

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