(Archivversion) Hilfe zu teuer

Biker-Demo gegen Rettungsflug-Verbot

Demonstrieren lohnt sich manchmal doch. Weil es den Krankenkassen zu teuer schien, den Rettungshelikopter des Regensburger Universitätsklinikums auch nachts startklar zu halten, strich das Bayerische Innenministerium zum 1. Juli 1999 die Nachtflüge des Hubschraubers. Unfallopfer im nahegelegenen Bayerischen Wald mussten warten, bis der Rettungsheli aus dem weiter entfernten München eingeschwebt kam. Der brauchte im Schnitt eine halbe Stunde länger als der aus Regensburg.»Blödsinn auf Kosten unsere Gesundheit. In Notfällen entscheiden oft Minuten über Leben und Tod. Und die zusätzliche Flugzeit kostet schließlich auch viel Geld.« Mit ihren Argumenten gegen das Nachtflugverbot waren sich die Biker aus der Region rings um Regensburg einig. Gemeinsam mit örtlichen Ärzten und einem Verband zur Hilfe kranker Kinder organisierten sie eine Unterschriftenaktion und veranstalteten eine Motorrad-Demo für das sofortige Ende des Rettungsflug-Verbots. Symbolisch um fünf vor zwölf ließen 1500 Biker ihre Motoren vor dem Regensburger Dom aufheulen. 196 000 Bürger unterschrieben für einen sofortigen Stopp der lebensgefährlichen Sparmaßnahme. Mit Erfolg: Der Bayerische Innenminister gab nach. Der Regensburger Heli darf auch nachts wieder starten. Vorerst aber nur für die nächsten drei Jahre. Dann solle erneut gerechnet werden, ob schnelle Notfall-Hilfe für den Bayerischen Wald nicht doch zu teuer ist.

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