Aufwind durch die neue 125er-Klasse (Archivversion) Aufwind durch die neue 125er-Klasse

Motorrad zu fahren heißt heute in erster Linie, in der Freizeit mobilen Spaß genießen zu wollen. Spaß, den es in einem Automobil im immer dichter werdenden Straßenverkehr offensichtlich immer weniger zu genießen gibt. Blödsinn, wird jetzt die Autolobby tönen. Tatsache ist aber, daß über 90 Prozent aller Motorradfahrer ein Auto haben - und sich obendrein aus purer Lust eben auch noch ein Bike zulegen. Und billig ist Motorradfahren nicht, also müssen der Autofrust und die zu erwartende Motorradlust schon groß sein.Diese Hinwendung zum Zweirad ist nun schon über Jahre zu beobachten. Insofern scheint sie keine kurzatmige Mode, sondern klarer Trend zu sein, der einem Lebensgefühl von immer mehr Menschen entspricht. Der Frühling - ich meine nicht den kalendarischen, sondern den mit dem blauen Band und so - hat in diesem Jahr unsäglich lange auf sich warten lassen, um zu Ostern endlich mit Macht die wintergeplagten Seelen hierzulande zu streicheln. Und seitdem wird die Redaktion mit Fragen nach der neuen Führerscheinregelung bombardiert. Deshalb an dieser Stelle noch mal die Fakten: Millionen Besitzer von Führerscheinen der Klassen 2, 3 und 4, ausgestellt vor dem 1. April 1980, dürfen jetzt auch Maschinen mit bis zu 17 PS und 125 cm³ Hubraum fahren. Ohne weitere Prüfung und ohne bürokratische Formalie. Einfach so. Das ist in einem Deutschland mit allgegenwärtiger Bürokratie und seinen langsam mahlenden politischen Mühlen schon ein kleines Frühlingswunder. Der Traum vieler vom richtigen Motorrad rückt also ein Stück näher, oder vom starken Motorroller, diesem klugen Zweit- oder Dritt-Fahrzeug unseres postindustriellen und umweltbewußten Zeitalters. Mit Hochdruck arbeiten Hersteller und Importeure an neuen Modellen. Und es ist gewiß nicht übertrieben, schon heute von einer aufkommenden neuen 125er Bewegung in der motorisierten deutschen Zweiradszene zu sprechen. Gleichwohl empfehle ich jedem Interessierten, in einem Fahrertraining zu üben oder ganz einfach ein paar praktische Fahrstunden bei einer Fahrschule zu absolvieren, bevor er sich allein aufs neue 125er Zweirad schwingt. Das Schöne dabei ist, man kann freiwillig was Vernünftiges tun. Denn ein kleines Motorrad oder ein flotter Roller sind eben was anderes als das allseits vertrautere Fahrrad.In diesem Sinn an alle neuen Zweirad-Fans: Willkommen in der Szene!Es grüßt Sie herzlichst Ihr

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