Ausmotten: Arbeiten zum Saisonstart (Archivversion) Hebelgesetze

Wie wichtig die Einstellung der Bedienelemente von Bremse, Schaltung und Kupplung ist, zeigt sich erst in brenzligen Situationen: Wer umgreifen muss, um überhaupt an den Handbremshebel zu gelangen, verschenkt wertvolle Zeit und mitunter lebensrettende Meter. Auch das Einfangen eines ausbrechenden Hinterrads durch Auskuppeln scheitert schon im Ansatz, wenn sich der zu weit abstehende Kupplungshebel dem raschen Zugriff entzieht. Deshalb müssen Fuß- und Handhebel so justiert werden, dass sie schnellstmöglich aktiviert werden können. Als Grundeinstellung hat sich in der Praxis bewährt, wenn die ausgestreckt auf Handbrems- und Kupplungshebel liegenden Finger eine Linie mit dem Unterarm bilden. Besitzen die Armaturen eine Weitenverstellung, sollten sich die Hebel unter dem vorderen Gelenk von Zeige- und Mittelfinger befinden. Je nach Motorrad-Modell, Statur und persönlichem Geschmack kann man davon einige Millimeter abweichen, bis man die bequemste Sitzposition gefunden hat. Die aufzuwendende Betätigungskraft spielt jedoch ebenfalls eine entscheidende Rolle: Reichen bei Supersportlern meist zwei Finger – und damit eine etwas weitere Hebelstellung - für eine Vollbremsung, muss bei anderen Motorrädern der Hebel näher justiert werden, weil hohe Handkräfte den Zugriff aller Finger erfordern. Ähnlich wird bei der Einstellung des Fußbremshebels verfahren. Ausgehend von einer bequemen Sitzposition wird dieser im Idealfall so ausgerichtet, dass ein leichter seitlicher Schwenk des Fußes nach links ausreicht, um die Trittfläche der Fußbremse betätigen zu können. Dazu sollte die Fußspitze weder stark angehoben noch abgesenkt werden müssen. Gleiches gilt für den Schalthebel: Schnelles Rauf- oder Runterschalten sollte möglich sein, ohne den Fuß von der Raste nehmen zu müssen.

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