Automatisch schalten (Archivversion) Automatisch schalten

Wenn Sie Fahrer eines schweren Tourers sind, haben Sie sich sicher auch schon mal die Frage gestellt: Muss dieses Klacken beim Schalten wirklich sein? Vor allem bei Kardanmaschinen stören die Schaltschläge mancher Typen doch sehr. Ginge das mit einer Automatik nicht besser? Und wenn ich mich im Fernwehsessel à la Honda Goldwing oder BMW K 1200 LT lümmele, wäre mir ein Getriebe-Automat doch ein angenehmes Luxus-Extra. Kann heute in fast jedes Auto eingebaut werden und ist natürlich schon lange in jedem Roller drin, selbst in den Großen vom Format eines Yamaha Tmax oder eines Suzuki Burgmann.
Yamaha bringt nun zum ersten Mal mit der FJR 1300 AS ein Motorrad mit elektronisch unterstützter Schaltung auf den Markt, ein mutiger Schritt der Marke mit den drei Stimmgabeln im Logo. Und verspricht, dass weitere Modelle mit dieser Schalt- und Anfahrhilfe ausgerüstet werden sollen. Allerdings: Eine vollständige Getriebe-Automatik im klassischen Sinne ist das Yamaha-System nicht. Denn noch immer muss der Fahrer vorgeben, wann der Gang gewechselt werden soll.
Die Traditionalisten werden nun sicher wieder aufschreien: »Jetzt hat der Pfeiffer endlich sein ABS, jetzt will er uns auch
noch eine Automatik reinsingen!« Entmündigung des Fahrers, Verdummung am Lenker und Ähnliches werden mir um die
Ohren gehauen werden.
Aber: Schaut Euch mal die Onboard-Kamera bei einem
Formel-1-Rennen an. Ist doch wirklich klasse, wie Alonso & Co
die Gänge reinklopfen können. Das Yamaha-System ist nichts Anderes. Und eigentlich auch für einen Supersportler ideal.
Per Knopfdruck hoch- und runterschalten käme dort sicher gut.
Die Zeit geht eben weiter. Und mit dieser Automatik end-
lich auch wieder die grundsätzliche technische Entwicklung bei Motorrädern. Yamaha sei Dank!

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