Bähr, Biner: Interview (Archivversion) Interview

Der vorläufige Insolvenzverwalter der Eurobike AG und ihrer Tochtergesellschaften, Biner Bähr, zur
Zukunft der Motorradbekleidungs- und Zubehörfirmen.

Wie lauten Ihre Ziele als vorläufiger Insolvenzverwalter der Eurobike AG und ihrer Töchter Hein Gericke GmbH und Paul A. Boy? Ich arbeite als vorläufiger Insolvenzverwalter mit der Geschäftsführung der Eurobike AG zusammen. Im Moment sind die Ziele darauf ausgerichtet, das Schiff wieder in ruhiges Fahrwasser zu bekommen, das heißt, wir sorgen insbesondere dafür, dass das Unternehmen weiter beliefert wird. Es entstehen zu Beginn eines Insolvenzverfahrens immer erhebliche Irritationen bei den Lieferanten. Hier muss neues Vertrauen gewonnen werden. Alles, was neu geliefert wird, wird deshalb sofort vollständig bezahlt. Wenn man diese Über-zeugungsarbeit geleistet hat, dann wird ein Unternehmen auch wieder normal beliefert. Das ist schon passiert. Die ersten Bestellungen sind von mir rausgeschickt worden. Erstaunlich schnell haben wir alle Leute wieder an Bord bekommen. Sämtliche Shop-Partner von Hein Gericke erhalten in den nächsten Tagen ihre rückständigen Juni-Provisionen. Damit ist gewährleistet, dass auch das Vertriebsnetz der Eurobike AG sofort wieder voll funktionsfähig ist. Auf welche Art lassen sich die Eurobike AG und ihre Tochterfirmen langfristig sanieren? Das Unternehmen braucht Geld. Und es braucht vor allem Eigenkapitel. Üblicherweise kommt Fremdkapital durch die Zinsen sehr teuer. Deshalb muss es Eigen-kapital von Investoren sein. Darum kümmere ich mich neben der Fortführung des Geschäftsbetriebes. In zwei, drei Monaten, hoffe ich, ist diese Phase abgeschlossen und es kann weitergehen. Mit vielen Interessenten führe ich bereits erste Gespräche.

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