Bahnrennen: Sand - und Grasbahnspezialist Gerd Riss tritt zurück Verletzungen zwingen den Multiweltmeister zum Karriereende

Auch zehn Monate nach seinem schweren Sturz beim französischen WM-Lauf in Marmande ist Gerd Riss (Bad Wurzach/MSV Herxheim) weit davon entfernt, gesund zu sein. Nun erklärt der erfolgreichste Langbahnpilot aller Zeiten seinen Rücktritt vom Bahnsport.

"Wenn ich Rennen fahre, will ich gewinnen. Voraussetzung dafür ist, dass ich fit bin. Aber ich bin noch nicht gesund, geschweige denn fit," erklärt Gerd Riss, mit elf Weltmeister- und 23 DM-Titeln erfolgreichster Langbahnfahrer aller Zeiten, seinen Entschluss, der ihm wochenlang schlaflose Nächte bereitete.

Der Bad Wurzacher hatte sich am 13. Juli 2010 beim GP-Rennen in Marmande unter anderem einen Kreuzbandriss zugezogen und sich den Peroneusnerv am rechten Unterschenkel beschädigt. Bis heute kann er trotz einer Nervenverpflanzung den rechten Fuss nicht heben und nur mit Einschränkungen gehen: "Letzte Woche wollte ich Motocross trainieren. Ich musste es sofort abbrechen", erklärte der 46-jährige Zimmerermeister deprimiert.

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"Ich habe immer gesagt, im Mai muss die Entscheidung fallen. Es juckt mich immer noch aufs Motorrad zu steigen, deshalb tut dieser Entschluss  weh." Der Tod seines Vaters am 27. März und die Übernahme der elterlichen Firma machte die Entscheidung für Riss auch nicht einfacher. Nach 30 Jahren blickt er auf eine einzigartige Motorsportkarriere zurück. Die FIM gab dem verletzten Riss für die Langbahn-WM 2011 sogar eine Wildcard. Von seinen Fans geliebt, von den Gegnern gefürchtet, polarisierte Riss in der deutschen Bahnsportszene jahrzehntelang. Wenn es gesundheitlich geht, will er 2012 auf seiner Heimbahn in Herxheim ein Abschiedsrennen fahren.

Gerd Riss im MOTORRAD-Porträt aus dem Jahre 1996

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