Bekleidungsnormen und Prüfzeichen (Archivversion)

Gert Thöle, 43, Ressortleiter Service, möchte nicht genormte, sondern gute Ware

Vielen ist nicht klar: Der TÜV ist keine Behörde, sondern ein Wirtschaftsunternehmen, das Umsatz und Gewinn machen will. Als solches ist es nur recht und billig, wenn clevere Angestellte neue Geschäftsfelder entdecken. Zumal das, was der TÜV Rheinland sich zum Thema Motorradkleidung ausgedacht hat, prinzipiell wirklich vernünftig ist. Die Mehrkosten für die Zusatzpüfung werden zwar letztlich sicher an den Kunden weitergeleitet. Aber es zwingt ihn ja niemand zum Kauf, oder? Schließlich hängen bei Gericke oder Polo direkt daneben als Alternative die Sachen ohne TÜV-Label. Doch sind die dann unsicher, unkomfortabel, mit Schadstoffen belastet? Da haben die Hersteller vielleicht ein kleines Argumentationsproblem. Oder sollte der Schuss am Ende gar nach hinten losgehen? Nicht bei allen Motorradfahrern löst der TÜV positive Gefühle aus. Man denke nur an manche kleinkarierten Graukittel, die uns bei der Hauptabnahme piesacken. Trotzdem ist anzunehmen, dass andere Hersteller nachziehen werden, mit dem seriösen TÜV lässt sich prima das Firmenimage aufpolieren. Ist am Ende alles zertifiziert, wäre der Schritt zur Normierung nicht mehr weit. Dann droht doch noch das, was die Hersteller ebenso wie viele Biker verhindern wollten. Und gute, sichere Bekleidung gab und gibt’s auch ohne TÜV-Siegel.

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