Bekleidungsnormen (Archivversion) Das ewige Kleben?

Bisher bekamen nur die Fahrzeuge die Plakette aufgeklebt. Nun gibt´s auch TÜV für Bekleidung.

Keine Sorge, noch müssen wir nicht alle zwei Jahre unsere Lederkombi beim TÜV vorführen. Aber immerhin taucht seit diesem Jahr erstmals TÜV-geprüfte Bekleidung im Handel auf. Da fragt sich der unbedarfte Normalbiker: Was steckt dahinter? Zur Erklärung ein Rückblick: Mitte der Neunziger drohte im Zuge des europäischen Normierungswahns auch eine Norm für Motorradkleidung, die hauptsächlich von selbst ernannten Sicherheitsaposteln in England forciert wurde. Damals schlugen die Wellen des Protests hoch, befürchteten doch viele als Konsequenz einen Tragezwang. Dies ist vorerst vom Tisch, mit einer Ausnahme: Eine Norm für die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) professioneller Motorradfahrern (Pizzadienste, Kuriere, Fachjournalisten) soll kommen, die Entscheidung darüber wird noch in diesem Frühjahr fallen. Als Gegenmaßnahme zur EU-Norm formierte sich damals der Widerstand der im Industrieverband Motorrad (IVM) organisierten Bekleidungshersteller, die einen eigenen Standard schaffen wollten, den IQL (Industry Quality Label). Aber die Angelegenheit geriet ins Stocken. Daher bastelte ein potentielles Testinstitut, der TÜV Rheinland, parallel an einem Konzept. Dies konnte Ende 1999 der Industrie angeboten werden. Erster Kunde war die vergleichsweise kleine Firma DMW in Hamburg. Viel Wirbel in der Szene gab es aber erst, als Polo und Gericke mit einem Teil ihres Angebots auf den TÜV-Zug aufsprangen. Ob der Markt darauf reagiert, bleibt abzuwarten.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote