Benelli: Neuanfang mit Rollerproduktion (Archivversion)

Andrea Merloni, der neue Benelli-Chef, verriet MOTORRAD-Mitarbeiterin Eva Breutel seine Pläne.

? Signor Merloni, die Marke Benelli war jahrezehntelang bekannt für schnelle Motorräder. Sie wollen jetzt nur Roller bauen. Warum?Wir wollen Benelli so schnell wie möglich wieder auf den Markt bringen. Da sind Roller der einfachste Weg, denn man kann alle nötigen Teile bei Zulieferern kaufen.? Sie wollen also tatsächlich keine Motorräder produzieren?Doch, natürlich, aber erst später. Die ersten vier Jahre werden wir uns voll auf Roller konzentrieren.? Was soll Ihre Roller von anderen unterscheiden?Mechanik und Motor werden zunächst traditionell sein. Wir bauen Zweitakt-Roller mit Minarelli-Motoren, planen erst ab 1998 zu Viertaktern überzugehen. Aber wir wollen ein unverwechselbares Benelli-Design schaffen, von dem sich vor allem junge Leute angesprochen fühlen.? Und wann geht’s los mit der Produktion?Wir müssen sehr schnell sein und den Roller-Boom noch ausnutzen. Deswegen wollen wir im September mit der Produktion anfangen und im Frühjahr 1997 schon die ersten Benelli-Roller verkaufen.? Werden die zunächst nur in Italien angeboten?Nein, wir wollen gleich europaweit einsteigen. Wer unsere Roller in Deutschland vertreiben wird, steht aber noch nicht fest.? Wieviel kostet Sie das Engagement bei Benelli?Wir werden in den ersten vier Jahren rund 54 Milliarden Lire (rund 50 Millionen Mark) investieren, einen Teil davon natürlich in die Fabrik und die Anlagen, aber den Löwenanteil in die Roller selbst. Wir wollen innerhalb kurzer Zeit die komplette Rollerpalette vom Sportmodell bis zum Crosser anbieten.? Und ab wann rechnen Sie mit Gewinn?Nicht vor dem vierten Jahr.

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