Benelli: Neustart der Produktion (Archivversion) Benelli

Lin Hua Zhong, 50, Präsident
von Benelli (Italien) und Quianjiang (China) zur Zukunft von Benelli.

Warum haben Sie Benelli gekauft?
Der Name hat einen guten Klang, die Produktpalette stimmt. Deshalb glauben wir, dass wir mit Benelli Profit machen können.
Wenn die Produktpalette stimmt, woran sind dann die alten Besitzer gescheitert?
Ihnen fehlte die Kompetenz und der lange Atem für einen starken Vertrieb und eine hoch professionelle Produktion. Ein bisschen ist das wie beim Hühnerzüchten: Man muss das Huhn so lange füttern können, bis es Eier legt.
Was passiert, wenn Benelli dennoch weiter Miese macht?
Benelli hat wegen der erwähnten Mängel Geld verloren. Das wird uns nicht passieren. Ich arbeite seit 20 Jahren als Manager für Zweiradhersteller und vertraue da auf mein Urteil.
Werden Benelli-Motorräder künftig vorwiegend aus Teilen »made in China« bestehen?
Vorläufig bestimmt nicht. Wobei es schon komisch war, als wir hierher kamen: Praktisch alle europäischen Hersteller verwenden heutzutage Teile aus China, nur Benelli verbaute kein einziges. Inzwischen kommen immerhin einige Schrauben aus China. Generell gilt: Wenn eine chinesische Komponente gut genug ist, bauen
wir sie ein. Bei den Benelli-Rollern Pepe und Velvet zum Beispiel prüfen wir gerade, ob unsere hauseigenen
Motoren von QJ für sie taugen. Wenn nicht, greifen wir auf europäische Motoren zurück.
Bei Quinjiang in China arbeiten allein 2000 Ingenieure. Werden Benelli-
Projekte künftig dort entwickelt?
Nein. Wir wollen hier in Italien mit Europäern arbeiten, sowohl in Sachen Technik als auch Design. Beim Design setzt QJ übrigens bereits seit zehn Jahren auf eine Zusam-
menarbeit mit Partnern in Frankreich, Österreich und Deutschland.
Wie sieht die konkrete Planung in Sachen Stückzahlen und Modelle aus?
Im ersten Jahr werden es rund 3000 Motorräder sein, dann wollen wir uns natürlich steigern. Und was neue Modelle anbelangt: Wir sind ja erst seit ein paar Monaten hier und haben noch keinen detaillierten, lang-
fristigen Plan. Ich könnte mir aller-
dings eine 600er in der Benelli-Palette sehr gut vorstellen.

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