Benelli-Übernahme (Archivversion)

China-Town

Für rund fünf Millionen Euro übernimmt die chinesische Firma Qianjiang den italienischen Hersteller Benelli. Zwar hatte es bereits einen Vorvertrag zwischen dem bisherigen Benelli-Eigner Andrea Merloni und dem russischen Millionär Nikolai
Smolenski gegeben. Doch weil der die Produktion nach England verlagern wollte, machte Merloni auf
Druck der Gewerkschaften einen Rückzieher. Die Qianjiang-Gruppe, mit 12000 Beschäftigten Chinas
größter Zweiradhersteller, will hingegen den Standort Pesaro samt aller Angestellten beibehalten und sogar ausbauen. Die Produktion soll bald wieder
anlaufen. Weil Qianjiang auch einige seiner mehr als 1000 Ingenieure zum Erfahrungsaustausch nach Pesaro schicken möchte, hofft man an der Adria jetzt auf ein prosperierendes China-Town.
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März, Ronald: Interview (Archivversion)

Der deutsche Benelli-Importeur Ronald März zum Verkauf
an den chinesischen Konzern.
Wie bewerten Sie die Übernahme durch die Chinesen?
Sehr positiv. Im Gegensatz zu dem vorherigen russischen Interessenten will Qianjiang in Pesaro bleiben, kann genug Geld investieren und versteht als großer Zweirad-Hersteller sogar noch etwas von der Sache.
China heißt in aller Regel billig. Mutiert Benelli zum Billig-Anbieter?
Aber nein. Benelli baut weiter in Europa und wird seinen bisherigen hohen Qualitätsstandard auf jeden Fall beibehalten. Es kann aber natürlich sein, dass auf Dauer auch ein paar günstigere Zweiräder ins Angebot kommen, gerade in kleineren Hubraumklassen.
Gibt es bald neue Modelle?
Auf dem Mailänder Salon im November werden mindestens zwei Neuheiten stehen. Mehr verrate ich noch nicht.
Bleiben Sie Benelli-Importeur?
Na, ich hoffe doch! Ganz persönlich freue ich mich auf die Arbeit mit Qianjiang, denn dass die chinesischen Hersteller früher oder später nach Europa drängen, war ja schon länger klar. Und da von Anfang an dabei zu sein, finde ich sehr spannend.

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