Beratung: Reinigung und Pflege von Leder (Archivversion) Sauber, Mann

Lederkleidung hat ein hartes Leben. Heiße Sonne, prasselnder Regen, trockener Wind und viele tote Fliegen setzen ihr ganz schön zu. Da hilft nur die richtige Pflege zum Erhalt des guten Stücks.

Die Message ist bekannt. Leder besitzt nach wie vor die besten Eigenschaften für Motorradschutzkleidung. Dazu gehören in erster Linie die unübertroffenen Abriebswerte, dazu gehören aber auch so angenehme Dinge wie Weichheit, Anschmiegsamkeit, Elastizität und so praktische wie Atmungsaktivität, Windschutz und eine gewisse Wasserabweisung.Im täglichen Motorradgebrauch ist die ehemalige Tierhaut vielerlei Strapazen ausgesetzt. Dreck in Form von Staub, Matsch und Fliegen lagert sich auf der Oberfläche ab. Sonne, Wind und Regen zerren am Fettgehalt des Leders. Ohne Reinigung und Pflege bleibt bald nur noch ein trockenes, hartes, eventuell sogar brüchiges Stück Fasergefüge übrig.Was tun? Eine einfache Frage, auf die es leider keine ebenso einfache Antwort gibt. Unterschiedliche Tierarten wie Rind, Schaf, Ziege, Känguruh oder gar Wasserbüffel besitzen unterschiedliche Gewebestrukturen; aus ihnen wird in komplizierten Gerbprozessen mit verzwickten Rezepturen Leder gewonnen, dessen richtige Behandlung nur die Produzenten selbst kennen.Deshalb ist es ratsam, gleich beim Kauf eines Kleidungsstücks Reinigungs- und Pflegetips einzuholen, denn was für eine in Fernost hergestellte Stangenkombi gut erscheint, kann einem deutschen Maßprodukt möglicherweise schaden.Hochwertige Lederkleidung ist meist aus sogenanntem Anilinleder gefertigt, ein Glattleder ohne deckende Farb- oder Lackschicht auf der Oberseite. Verschmutzungen können leicht in die Poren eindringen, Wasser hinterläßt weiße Ringe - die richtige Behandlung erfordert also einiges Fingerspitzengefühl. Mit sanften Mitteln wie Neutralseife liegt man nie falsch. Fettende Lotionen sollten vorsichtig dosiert werden, da sonst die Gefahr der Überfettung besteht.Unempfindlicher ist abgedecktes Nappaleder, das durch eine Kunstharzschicht oder einen dicken Farbauftrag geschützt ist. Dadurch wird das Eindringen von Schmutz verhindert, entsprechend einfach gestalten sich Reinigung und Pflege. Solange nicht am Lack gekratzt wird, kann jedes Waschmittel verwendet werden. Vaseline oder Nappacreme dient der Nachfettung.Weitaus schwieriger wiederum ist die Behandlung von Rauhleder wie Velour- oder Nubukleder. Um die edle Erscheinung dieser Kleidungsstücke zu erhalten, geben die Hersteller genaue Pflegeanweisungen. Leichte Verschmutzungen werden mit einer Rauhlederbürste entfernt, starke Verunreinigungen mit Schwamm und Neutralseifenlösung. Es liegt auf der Hand, daß Fettcreme die rauhe Oberfläche zusammenbatzt und speckig aussehen läßt, deshalb nur mit Sprays behandeln.Neben dem »Wie« stellt sich bei der Lederpflege die Frage nach dem »Wie oft«. Nicht übertreiben, rät der Lederfachmann. Vor dem Weghängen im Winter - am besten an einen dunklen, trockenen Ort - sollte die Kombi auf jeden Fall eine pflegliche Behandlung bekommen, ansonsten nach jedem starken Regenguß und wenn sie viel hoher UV-Strahlung ausgesetzt wurde. Motorradfahrer, die einmal in der Woche bei moderaten klimatischen Verhältnissen eine kleine Spaßrunde drehen, können sich auf einmal im Jahr beschränken.Zum Schluß noch einige allgemeine Pflege-Tips:* Jede Lederpflegeaktion immer erst an nicht sichtbaren Stellen wie beispielsweise Unterlegungen der Reißverschlüsse ausprobieren.* Nie mit harten Lösungsmitteln wie Benzin, Bremsenreiniger oder Nagellackentfernen Leder behandeln.* Feuchte Lederbekleidung auf einem Bügel bei Zimmertemperatur trocknen.* Nasses beziehungsweise feuchtes Leder keiner Hitze aussetzen. Stark durchnäßte Teile mit dem Fön (lauwarme Einstellung) kurz und intensiv trocknen.* Lederbekleidung nie in Kunststoffbeuteln aufbewahren, Baumwolle ist besser geeignet.* Leder ist lichtempfindlich, deshalb vor intensiver Licht- und Sonneneinstrahlung schützen.

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