Bikertreffs: »Löwensteiner Platte" (Archivversion) Löwenstein

Brillante Sträßchen und eine Landschaft wie von einer Modelleisenbahnanlage.

Das Angenehme an den Löwensteiner Bergen ist, daß die meisten Biker sie links oder rechts der A81 oder A6 schnöde liegen lassen. Was die eingeschworenen Freunde der herrlich gekurvten Sträßchen in dieser bebuckelten Landschaft natürlich ungemein erfreut: So bleiben die Kenner unter sich. Und treffen sich nach wie vor auf der »Platte«, die bislang mit zwei Attraktionen zu reizen wußte: einem grandiosen Blick und einer nicht ganz so phantastischen Pommes-Station. Weil aber aller guten Dinge drei sind, verschaffte der Bibelkreis der Polizei Heilbronn den Knackis im dortigen Gefängnis einen illustren Job: Machet hin und hobelt ein jesusmäßig großes Kreuz glatt. Dieses Kruzifix steht seit April 1999 auf der Platte und soll, so seine Stifter, »symbolisch für die vielen kleinen Kreuze am Straßenrand stehen«. Irgendwie Nonsens, weil ein Kreuz eh schon ein Symbol ist und das Riesending dann zum Symbol des Symbols avancierte. Was die Motorradler, die sich auf dieser Aussichtsplattform oft zu Hunderten treffen, freilich nur wenig irritiert. Weil sie eh lieber über die Ideallinie in verzwackten Kurvenkombinationen tratschen oder die rustikalen Spezialitäten der urigen Landgasthöfe eines kritischen Vergleichs würdigen. Und das, so lehrt die Erfahrung, kann dauern. Mitunter länger als ein Motorradgottesdienst.Wie es sich für einen öffentlichen Parkplatz versteht, ist die »Platte« ganztags von Montag bis Sonntag geöffnet. Was von der Pommesbude mit Fug und Recht nicht behauptet werden kann.

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