Bimota-Import: Reinhold Kraft hört auf (Archivversion) «Dem neuen Importeur wünsche ich viel Geduld und Leidensfähigkeit“

Bimota-Motorräder brauchen eine intensive Betreuung, die der Ex-Importeur Reinhold Kraft vorbildlich geleistet hat. Warum das jetzt ein neuer besser können soll, fragt sich MOTORRAD-Redakteur Axel Westphal.

Ich nehme kein Blatt vor den Mund und nenne das, was Bimota mit Reinhold Kraft getrieben hat, eine Sauerei. So viel Engagement - ja, man kann es fast schon eine liebesähnliche Wertschätzung nennen - , die der Allgäuer der Marke Bimota entgegengebracht hat, haben die Riminesen überhaupt nicht verdient. Denn jahrelang haben sie auf dem Rücken der Importeure ihre unausgegorenen Motorräder verkauft, wohl wissend, daß so jemand wie Kraft es schon richten würde. Etwa die Einspritzmodelle. Die wurden auf Kosten des Hauses Kraft erstmal zu Ende abgestimmt. Oder undichte Tanks etwa an der Supermono. Auch die wurden auf Betreiben von Kraft umgerüstet. Das letzte Beispiel für Schlamperei war der zerbröselnde Vorderkotflügel der YB 9. Deswegen hat’s schlimme Unfälle gegeben. Aber das juckte die Italiener wenig. Meiner Meinung nach hätte Herr Kraft ob solcher Ignoranz den Bettel schon viel früher hinwerfen sollen. Da kann man dem neuen Importeur nur viel Geduld und Leidensbereitschaft wünschen.

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