Bimota: Report über den Verkauf der Firma (Archivversion) Edle Motorräder, geniale Konzepte

1973 Massimo Tamburini gründet mit seinem Partner Giuseppe Morri die Motorradschmiede Bimota Meccanica. Der Name geht zurück auf eine Heizanlagenfirma, die Tamburini und Morri zusammen mit Valerio Bianchi seit 1966 besaßen, und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der drei Nachnamen zusammen. Erstes Motorrad ist die supersportliche HB 1 mit Honda-CB 750 Motor, von der nur zehn Exemplare gebaut werden. Bimota ersetzt Rahmen, Schwinge, Gabel, Tank, Heck, Lenker und Öltank; insgesamt wiegt die HB 1 satte 50 Kilogramm weniger als die Serien-Honda.1977 Die SB 2 mit dem Motor der Suzuki GS 750 ist die Sensation auf der Messe in Bologna: Der Tank sitzt unter dem Motor, der Auspuff verläuft unter der Sitzbank. Doch in der Produktion ist das nicht durchzuhalten, Tank und Schalldämpfer wandern wieder an ihre angestammten Plätze. Dennoch macht die SB 2 Furore: Das einzig andere vollverkleidete Big Bike auf dem Markt ist damals die BMW R 100 RS. Die SB 2 wiegt dank edler Teile 40 Kilogramm weniger als die GS 750 und geht entsprechend besser – dafür kostet sie aber auch mehr als doppelt so viel.1978 Die KB 1 mit dem Motor der Kawasaki 900 Z1 wird ein voller Erfolg, denn sie ist so, wie sich die Käufer die Z1 eigentlich wünschen: sportlich, schnell und leicht – sie bringt 193 Kilogramm auf die Waage, 45 weniger als die Serien-Z1, und ist gut für eine Höchstgeschwindigkeit von über 230 km/h. Die KB 1 hat einen steifen Gitterrrohrahmen und ein für damalige Verhältnisse ausgesprochen exklusive Hinterradfederung mit Dreiecksschwinge und Monofederbein. Der Nachlauf lässt sich über Exzenter zwischen 99 und 120 Millimeter verstellen. Bimota baut bis 1982 insgesamt 827 Stück, für das Mini-Werk ein echter Verkaufsschlager.1980 Der Südafrikaner Jon Ekerold gewinnt auf der vom Yamaha TZ 350-Motor befeuerten Solo - benannt nach dem Hauptsponsor (intern YB 3) - die Motorrad-WM der 350er-Klasse.1983 Massimo Tamburini verlässt Bimota. Sein Nachfolger als Entwickler ist Federico Martini. Gleichzeitig lässt die Nachfrage nach Sportmotorrädern nach, Bimota gerät in die Krise und wird kurzzeitig unter staatliche Verwaltung gestellt. Auf der Mailänder Messe im Herbst 1983 stellt Martini ein revolutionäres Motorrad mit einem so genannten Honeycomb-Rahmen und einer Achsschenkel-Vorderradaufhängung samt hydraulisch betätigter Lenkung vor. Als Antrieb dieses Versuchsträgers namens Tesi - zu deutsch These - dient erst ein 400er, später ein 750er-Honda-V4-Motor.1985 Ex-Ducati-Mann Martini bringt die DB 1 mit dem Motor der Ducati Pantah 750, die erste rein italienische Bimota sozusagen. Für die Kurvenkratzer baut Bimota die Mini-Serie DB 1 SR mit einem auf 78 PS aufgepeppten Motor und einer Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h.1987 Virginio Ferrari gewinnt auf der YB 4 die Weltmeisterschaft in der TT-Formel eins. Bimota baut für die Kundschaft die YB 4 E.I. mit dem Vierzylinder der Yamaha FZ 750, die erste Straßen-Bimota mit Alubrückenrahmen und Einspritzung; letztere entwickelt Bimota in Zusammenarbeit mit Weber-Marelli. Es werden 303 Exemplare gebaut..1991 Pierluigi Marconi übernimmt das Erbe von Tamburini und Martini. Der junge Ingenieur knüpft an seine als Diplomarbeit entworfene Tesi mit Achsschenkellenkung an und versucht nun, das Projekt serientauglich zu machen – jetzt mit mechanischer Lenkung. Bis 1994 werden in vier verschiedenen Serien insgesamt 366 Tesi gebaut, jeweils mit Ducati Vierventil-Zweizylinder von 851 bis 904 cm3. Das Werk hat jedoch nicht die finanziellen Mittel, das faszinierende Projekt mit aller Macht weiterzuverfolgen. 1994 wird die Tesi-Produktion eingestellt. 1994 In der Zusammenarbeit mit Yamaha entpuppen sich besonders die YB 6 mit FZR-1000-Motor (insgesamt 720 Stück) und die YB 9 mit FZR-600-Motor (1021 Stück in verschiedenen Serien) als Verkaufserfolge. Der wird noch übertroffen von der SB 6 mit dem Antrieb der Suzuki GSX-R 1100. Von ihr und der SB 6 R werden insgesamt 1744 Stück produziert.1995 Erstmals arbeitet Bimota mit BMW zusammen: Die Bayern liefern ihren von Rotax gefertigten Einzylindermotor, der in ein vollverkleidetes Bimota-Fahrwerk verpflanzt wird und sich fortan Supermono nennt (524 Einheiten). 1997 Die 500 Vdue mit selbst entwickeltem Zweitakt-Zweizylinder samt Einspritzung wird vorgestellt. Das ehrgeizige Projekt kostet die Firma am Ende die Existenz.1998 SB 8 R heißt die letzte Entwicklung einer Serienmaschine. Als Antrieb dient der V2 der Suzuki TL 1000 R, mit eigener Einspritzung bestückt. Der Brückenrahmen weist eine weitere Besonderheit auf: Die Schwingenlagerung nehmen zwei mit dem Hauptrahmen aus Leichtmetall verschraubte Karbonplatten auf.

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